Der Buchtipp: “Mercury In München – Seine besten Jahre“

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Freddie Mercury war eine der interessantesten und wohl auch eine der markantesten, buntesten und leuchtendsten Figuren der Rockgeschichte.

Kaum einer hat die Musikwelt so nachhaltig beeinflusst wie er.

Ich gebe es zu, ja ich war und bin immernoch ein Fan von ihm und seiner Musik.
Freddie Mercury ist für mich der Inbegriff eines Rockstars überhaupt, mit einer mega fast übermenschlichen Ausstrahlung, einer Bühnenpräsenz und gewaltigen Stimme, wie sie es heute in der Zeit von schnelllebigen „Plastik Stars“ nicht mehr gibt und sicher auch nie wieder geben wird und der der Musikwelt unendlich fehlt.

Doch wer war er wirklich, er der am 5. September 1946 als Farrokh Bulsara in Sansibar geboren wurde und der am 24. November 1991 in Kensington, London starb,
der als musikbegeisterter Design-Student, nichts anderes wollte als seinen Traum und
vor allem sein Leben so zu leben wie er es wollte, mit allem was da zu gehört?

Über kaum einen Rockstar wurde so viel berichtet wie über den markanten Frontmann von Queen, der die Band mit seinen Liedern, skurril genialen Ideen und seiner Extravaganz zu Weltruhm führte.

Und das nicht ohne Grund…

Er war ehrgeizig, voller verrückter Visionen, aber auch exzentrisch und nie um eine Antwort verlegen und brachte mit seinem ironisch frechen Humor, aber auch seiner offenen Art so manchen Reporter an seine Grenzen.
Dabei war er oft schüchtern und bescheiden, aber auch gleichzeitig eine schrille Stilikone, ein Selbstdarsteller, extravagant, exzessiv und vor allem immer großzügig zu allen die er liebte und mochte.

Der Film aus dem Jahr 2018 Bohemian Rhapsody von Bryan Singer und Dexter Fletcher, der die Geschichte Freddies und von der Gründung der Band Queen bis zum legendären Auftritt bei Live Aid, sechs Jahre vor seinem Tod behandelt, erzählt eine ganze Menge über ihn, wenn auch nicht immer an den Tatsachen orientiert und historisch richtig.

Wobei seine wohl wichtigste und kreativste Zeit in Deutschland im besonderen in München von 1979 bis 1985 im Film nur am Rand erwähnt bzw. sehr stiefmütterlich behandelt wird.

Das Buch “Mercury In München – Seine besten Jahre“ von Nicola Bardola,
soll das nun ändern.
So zeichnet die Autorin auf interessanten, für jeden Freddie Fan, informativen und unterhaltsamen 428 Seiten, Monat für Monat, manchmal Tag für Tag, Freddies genussvollen Lebensstil in der Isarmetropole nach.

Dabei reist sie durch die Zeit.
Berichtet von den Anfängen von Queen über erste Erfolge bis zum Weltruhm.
Aber auch die Schattenseiten der Karriere, Alkohol, Drogen und Exzesse, die der Sänger immer wieder kennen lernen sollte, werden von ihr durchleuchtet.
Dabei werden seine Freundin Babara Valentin, die nicht nur eine gute Ratgeberin, Muse und auch Busenfreundin für ihn war, genau so wenig vergessen, wie Freddys Freund Wini Kirchberger der Wirt vom Sebastianseck.

Aber auch die damals international bekannte Clubszene, sowie Drogenpartys stehen ebenso im Mittelpunkt des Buches, wie seine musikalischen Ansprüche an sich selbst und andere.
Dabei offenbart sie immer wieder kleine Anekdoten, wie am Beispiel des Songs „Crazy little thing called love“ Freddies Hommage an Elvis, der quasi in der Badewanne des Hiltonhotels entstanden ist.

Auch Aussagen von Zeitzeugen wie u. a. „TV Dino“ Thomas Gottschalk oder die Fotografen Legende Diddi Zill, der die Band über Jahre begleitet und einen nicht unerheblichen Anteil am Image der Band und von Freddy beteiligt war, beinhaltet das Werk von Nicola Bardola.

Rundum ein Buch, das viel internes, teils Unerwartetes, aber vor allem auch viel Interessantes über die wilde manchmal gnadenlose, aber auch sensible Seite des wohl größten Rockstars – bei dem Wahnsinn und Genie oft Hand in Hand gingen – aller Zeiten offenbart und der in München seine beste und auch kreativste Zeit hatte.

Hier schrieb er viele Queen Hits, produzierte sein erstes Soloalbum (übrigens erst Jahre nach Roger Taylor’s und Brian May’s Soloausflügen) und liebte es in der Bayrischen Hauptstadt unerkannt und privat zu sein, aber vor allem auch die bayrische Lebensart und die Schweinshaxen.

So empfand er München als den idealen Ort zum Leben und ausleben seiner Fantasien und Neigungen, was er auch mehr als überschwänglich tat – aber er bemerkte auch auf seine ironische Art kritisch und sinngemäß…“ das es noch toller wäre, wenn hier nicht alle deutsch sprechen würden“.

Mit anderen Worten, wer mehr über Freddie erfahren möchte, ist bei Nicola Bardola’s Buch „Mercury in München – Seine besten Jahre“, das im Übrigen auch 94 Schwarz-Weiß-Abbildungen, einen 16-seitigen Farbbildteil und zwei Stadtkarten,
auf denen Mercurys Stationen in München eingezeichnet sind enthält, genau richtig!

Stefan Peter Text und Grafik

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