Deine Stimme für einen Vogel

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NABU Thüringen gibt Wahlempfehlung zur Wahl zum Vogel des Jahres 2022

Jena – Welcher Vogel soll‘s denn sein? Allen, die bei der Wahl zum Vogel des Jahres 2022 noch unschlüssig sind, hilft jetzt der NABU-Bird-O-Mat bei der Entscheidung.

„Bei der Wahl zum Vogel des Jahres 2022 haben bereits über 80.000 Menschen mitgemacht“, berichtet Klaus Lieder, der Sprecher des Landesfachausschusses für Ornithologie beim NABU Thüringen. „Ich will ehrlich sein, wir beim NABU Thüringen favorisieren ganz klar die Mehlschwalbe und drücken ihr dieses Jahr besonders die Daumen“, verrät der Vogelexperte. „Die Mehlschwalbe hat es auch verdient, dass man sie wählt, denn ihr Bestand geht zurück. Die Gründe hierfür sind vielfältig und gehen von der illegalen Zerstörung der Nester, zum Insektenschwund bis hin zu moderner Architektur, die es Mehlschwalben unmöglich macht, an Hausfassaden Nester zu bauen. Zudem wirkt sich die Folgen des Klimawandels negative auf die Schwalbenbestände aus. Durch die steigenden Temperaturen im Überwinterungsgebiet Afrika gibt es dort weniger Insekten als Nahrungsquelle. Dies macht Zugvögeln wie der Mehlschwalbe im Winterhalbjahr zu schaffen.“

Das Wahlmanifest, das sich die Mehlschwalbe für die Wahl zum Vogel des Jahres 2022 ausgedacht hat, lautet deshalb: „Ich bin Städterin. Mein Nest aus Lehm und Sand baue ich an die Außenseite von Gebäuden oder unter Brücken. Doch das wird immer schwieriger. Ich sage es ganz ehrlich: Ich bin kein Fan von moderner Architektur. Fassaden aus Beton und Stahl sehen vielleicht schön aus, aber sie bieten mir keine Möglichkeit zum Nestbau. Wer so baut, der soll zumindest Kunstnester aufhängen! Und noch was: Könnt ihr nicht endlich ernst machen mit dem Schutz von Insekten? Die fange ich in der Luft, aber für ausreichend Futter muss ich ewig fliegen. Also, wähle mich, wenn du für vogelfreundliche Gebäude und Insektenschutz bist!“

Für die, die sich jetzt noch nicht für die Mehlschwalbe entschieden haben, hat der NABU eine Entscheidungshilfe entwickelt. Ganz genau wie bei einer politischen Wahl, kann man mithilfe des Bird-O-Mat den Kandidaten finden, der am besten zu einem passt. Abgefragt wird zum Beispiel, ob eine Veganerin bevorzugt wird, ob ein besonders variantenreicher Sänger oder ein reisefreudiger Vogel gewünscht ist. Klaus Lieder: „Mit dem Bird-O-Mat kann man auf humorvolle und spielerische Art etwas über unsere fünf Kandidaten erfahren.“ Zur Wahl stehen Bluthänfling, Feldsperling, Mehlschwalbe, Steinschmätzer und Wiedehopf. Bis zum 18. November ist das virtuelle Wahllokal freigeschaltet. Noch am selben Tag wird der Sieger bekanntgegeben. Der „Vogel des Jahres“ wurde in Deutschland erstmals im Jahr 1971 gekürt. Seit 2020 wird er durch eine öffentliche Wahl bestimmt. Mehr Informationen: www.NABU-Thueringen.de

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