Brexit: Das müssen Sie jetzt wissen

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Als am Morgen nach dem britischen EU-Referendum die Börsen öffneten, sackten die Kurse erst einmal ab. Am schlimmsten traf es Banken und Auto­branche. Eine Woche danach hat sich die anfäng­liche Katastrophen­stimmung jedoch deutlich aufgehellt. In der aktuellen Folge unserer Brexit-Serie fassen die Finanztest-Experten zusammen, wie Analysten die Auswirkungen des britischen Votums auf Wirt­schaft und Konjunktur einschätzen.

Schreck am Morgen

Hatte der deutsche Aktien­index (Dax) am 23. Juni 2016 noch bei 10 257 Punkten geschlossen, fiel er am „Tag danach“ mit einem Schlag auf 9 226 Zähler – ein Einbruch von ungefähr 10 Prozent. Die Erholung setzte noch am selben Abend ein: bei 9 557 Punkten ging der Dax aus dem Handel. Eine Woche nach dem Referendum schloss er auf 9 680 Punkten. Das entspricht einem Minus von knapp 6 Prozent. Damit war der Crash nach dem Brexit nicht so schlimm wie der Absturz der Aktienmärkte Anfang des Jahres. Im Februar fiel der Dax unter die 8 800-Punkte-Marke, nachdem er Ende 2015 noch bei mehr als 10 700 Punkten gelegen hatte (siehe Grafik). Hinzu kommt, dass der Dax in der Woche schon ordentlich zugelegt hatte – in freudiger Erwartung eines No-Brexit-Votums.

Quelle:Stiftung Warentest

QUelle:Stiftung Warentest

Mitt­lerweile haben sich die Gemüter wieder etwas beruhigt, doch von Entwarnung kann keine Rede sein. Die Konjunk­tur­aussichten für Groß­britannien, Deutsch­land und Euro­land haben sich einge­trübt. Die Fonds­gesell­schaft Robeco schreibt: „Eine Rezession in Groß­britannien erscheint wahr­scheinlich, weil die Investitionen zurück­gehen und die Unsicherheit die Konsum­ausgaben dämpfen wird.“ Auch in Deutsch­land dürfte der Brexit die Konjunktur dämpfen, heißt es von verschiedenen Seiten. Für den gesamten Euroraum schätzt die Fonds­gesell­schaft Pimco einen leicht negativen Einfluss auf das Wirt­schafts­wachs­tum.

Zwei Jahre Hänge­partie

Entscheidend für die weitere Entwick­lung ist freilich auch, welche neue Beziehung Groß­britannien und die Europäische Union zueinander aufbauen. Bis das abschließend geklärt ist, dauert es wohl noch zwei Jahre – so lange dürfen die Verhand­lungen dauern. In der Zwischen­zeit, darauf weisen die Analysten des Vermögens­verwalters Edmond de Roth­schild hin, könnten die britischen Firmen günstig in die Eurozone exportieren, voraus­gesetzt, das Pfund bleibt so billig wie jetzt. Im Gegen­zug hätten es Firmen aus den Euroländern schwerer, wett­bewerbs­fähig zu bleiben.

Welt­wirt­schaft trotzt dem Brexit

Die Auswirkungen einer britischen Rezession auf die Welt­wirt­schaft hält Pimco für minimal. Dafür importierten die Briten zu wenig. Allerdings könnte die Unsicherheit über die genauen Folgen des EU-Ausstiegs dazu führen, dass Unternehmen ihre Investitionen verschieben. Mit dieser Einschät­zung steht Pimco offen­bar nicht alleine da, wenn man die Entwick­lung des Welt­aktien­index‘ in der vergangenen Woche zugrunde legt: Eine Woche nach dem Referendum hat der
MSCI World seine Verluste von minus 2,9 Prozent so gut wie aufgeholt.

Schwellenländer kaum berührt

Was die Schwellenländer angeht, sind die Auswirkungen ebenfalls gering. Gemessen am
MSCI Emerging Markets betrug der Verlust am Frei­tag­abend nur 1,5 Prozent. Eine Woche nach dem Referendum steht schon wieder ein Plus von 2,4 Prozent zu Buche. „Manche Schwellenländer sind allerdings enger mit Groß­britannien verbunden, sodass die Folgen dort stärker zu spüren sein könnten“, schreibt der Emerging-Markets-Experte Mark Mobius von Frank­lin Templeton Investments in seinem
Blog. „Das gilt beispiels­weise für einige südost­asiatische Länder mit historischen Verbindungen zu Groß­britannien.“

Fazit für Anleger: Breit streuen

Anleger mit einem welt­weiten Investment, zum Beispiel einem ETF auf den Welt­aktien­index MSCI World, sind bisher glimpf­lich davon gekommen. Hier zeigt sich der Vorteil einer breit gestreuten Anlage wie dem Finanztest-
Pantoffel-Portfolio: Das Risiko des Absturzes einzelner Aktien, Branchen oder Länder ist abge­mildert.

Stiftung Warentest

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