Bladnoch Destillerie – australische Gene im schottischen Lowland

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1817 erhielten John und Thomas McClelland die Lizenz zum Destillieren von Whisky. Sie nannten ihre Brennerei im schottischen Lowland wie das benachbarte Dorf – Bladnoch. Der Ort liegt etwa eine Meile südwestlich von Wigtown und etwa 60 Meilen westlich von der englischen Stadt Carlisle.
Die Geschichte der Destillerie ist wechselvoll. Nachdem die McClelland-Brüder die Destillerie in Betrieb genommen hatten, wurde die Produktion durch ihre Nachfahren bis in das 20. Jahrhundert hinein aufrechterhalten. Natürlich besuchte 1886 auch der Whisky-Journalist Barnard die Destillerie. Er erhielt vom Sohn bzw. Neffen der Gründer einen umfassenden Einblick in die Produktion. Barnard zeigte sich beeindruckt von der Lage und vom pittoresken Erscheinungsbild der Destillerie.
Bis 1937 schaffte es die Destillerie nicht, die Produktion durchgehend aufrechtzuerhalten. 1938 wurde Bladnoch an Ross & Coulter verkauft, die sie kurz darauf nicht nur stillgelegten, sondern quasi aufgaben. Die Brennblasen wurden demontiert und nach Schweden verkauft. Eigentlich wäre dies das endgültige Aus der Brennerei gewesen, wenn nicht das Unternehmen Bladnoch Co. Ltd. 1956 beschloss, der Destillerie neues Leben einzuhauchen.
1964 wurde die Brennerei an McGow & Cameron verkauft. Diese erhöhte die Produktion durch den Einbau von zwei weiteren Brennblasen. Ab 1973 gab es wieder Besitzerwechsel. Zunächst Inverhouse Distillers, 1983 Arthur Bell & Sons und 1985 United Distillers. Letztere legte die Brennerei im Jahr 1993 abermals still. Ausgerechnet einem Nordiren, Raymond Armstrong, ist es zu verdanken, dass die Brennerei ab 1995 modernisiert wurde und im Jahr 2000 ein neues Destillat abfüllen konnte. 2015 übernahm der australische Unternehmer David Prior das Unternehmen.
Der Whisky von Bladnoch wird – wie bereits zu Barnards Zeiten – ausschließlich zweifach destilliert und weist eine starke Fruchtigkeit mit einer Vielzahl von Gewürznoten auf. Dafür reift der Whisky überwiegende in mit Sherry vorbelegten Fässern, was die Fruchtigkeit nochmals unterstreicht. Im geringen Umfang wird auch mit getorften Malz gebrannt. Ein besonderes Highlight der Abfüllungen ist die Bladnoch 15 Years Adela, zu Deutsch „die Noble“, welche gänzlich in Sherryfässern reifte. Das pfeffrige Aroma des Whiskys begleiten Rosinen-, Toffee- und Schokoladenoten, untermalt von nussigen Akzenten. Als Einstieg eignet sich der Bladnoch Samsara. Bemerkenswert ist die Aufmachung. Die Flasche und der Verschluss haben eine Massivität die seinesgleichen sucht. Nach einer Leerung ist eine Nachnutzung sogar als Karaffe denkbar.
L. E.

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