Biofilterdeckel im Test

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Wer kennt das nicht? Gerade im Sommer kommt es häufiger vor, dass die Bioabfalltonne anfängt zu riechen und Fliegen und Maden sich dort versammeln. Bei warmem Wetter entwickeln Küchenabfälle im Bioabfall oft ein „Eigenleben“ und dadurch können Geruchsbelästigungen, Maden- oder Fliegenbefall entstehen.

Dagegen helfen Biofilterdeckel, die der Landkreis Nordhausen gemeinsam mit den Südharzwerken jetzt in einer Testphase einführen will. „Dieser Deckel wirkt wie ein „Abwehrschild“ gegen Ungeziefer und reduziert effektiv Gerüche und Entsorgungskosten“, sagt Kathrin Materlik, Leiterin des Fachgebiets Abfallwirtschaft im Landratsamt. „Enzyme und Mikroorganismen im Filtermaterial des Deckels wirken wissenschaftlich nachweisbar effektiv gegen Ungeziefer und Gerüche.“ Durch eine Gummidichtung wird der Bioabfallbehälter luftdicht verschlossen, so dass keine Gase entweichen können, die sonst Schädlinge anlocken. Das Filtermaterial im Deckel besteht aus Kokosfasern, angereichert mit Enzymen und Mikroorganismen, die mit etwas Wasser „aktiviert“ werden. So werden die Biogase neutralisiert.

Von dieser Wirkungsweise können sich nun Einwohner des Landkreises überzeugen. Für die Testphase sucht das Fachgebiet Abfallwirtschaft 150 Interessierte, die den Biofilterdeckel kostenfrei ausprobieren möchten. Wer Interesse hat, meldet sich telefonisch unter 03631 9143120. Um die Testphase auszuwerten, werden die Teilnehmer nach einigen Monaten befragt. Stößt der Biofilterdeckel auf eine positive Resonanz, wird er flächendeckend im gesamten Entsorgungsgebiet eingeführt.

Der Filterdeckel passt auf die Abfallbehälter mit 60 und 120 Litern Fassungsvermögen und lässt sich einfach und schnell in die vorhandene Tonne einbauen. Das Filtermaterial muss nur alle zwei Jahre ersetzt werden.

Der Biofilterdeckel wurde bereits in mehreren Städten etabliert. So ist es beispielsweise in Fürth gelungen, durch die Biofilterdeckel jährlich rund 300.000 Euro Entsorgungskosten einzusparen, da die Tonnen nicht mehr so oft geleert werden mussten. In Magdeburg testeten mehr als 200 Haushalte den Filterdeckel, der nun aufgrund der positiven Resonanz flächendeckend angeboten wird. Über 80 % der Teilnehmer stellten eine deutliche Geruchsminimierung fest, 96 % würden den Biofilterdeckel weiterempfehlen.

Auf eine ähnlich gute Resonanz hoffen auch Landratsamt und Südharzwerke Nordhausen. Schließlich soll der Filterdeckel die Akzeptanz und Nutzung der Bioabfallbehälter verbessern. Dass hier noch Potential besteht, hat die Hausmüllanalyse vor gut zwei Jahren gezeigt: Denn weiterhin wird ein hoher Anteil von organischen Abfällen nicht im Bioabfall, sondern über die Restabfalltonne entsorgt.

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