Bilanz gezogen

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Gestern (Donnerstag) fand in den Räumen des Kundenservicezentrums der Wohnungsbaugenossenschaft Südharz (WBG) die ordentliche Vertreterversammlung dieses Jahres statt. Begrüßt wurden die anwesenden 55 von insgesamt 72 gewählten Vertretern der Genossenschaft durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrates, Rainer Bachmann. Danach folgten die Berichte der drei WBG-Vorstände im Rückblick auf das Geschäftsjahr 2016.

Den Anfang machte traditionell Finanzvorstand Steffen Loup. Ausgangspunkt seines Vortrages war die Erläuterung der Entwicklung sowohl der Finanzmärkte, als auch der stark gestiegenen Baupreise, die naturgemäß einen unmittelbaren Einfluss auf die Finanzen der Genossenschaft haben. Dem stellte er die Entwicklung der Mietpreise bei der WBG Südharz gegenüber.

Steffen Loup ging weiterhin auf die zweite Sanierungswelle im genossenschaftlichen Wohnungsbestand seit 1990 ein. Deren enorme Kosten werden sich auch in den Folgejahren in der Bilanz der WBG Südharz niederschlagen, vor allem, weil diese Kosten nicht mehr im Rahmen einer Modernisierungsumlage durch steigende Nutzungsgebühren refinanziert werden. Die im vergangenen Jahr entstandenen Kosten der Instandhaltung haben im Jahresabschluss 2016 ein leichtes Minus in Höhe von 213 TEuro ergeben, das jedoch aus der Rücklage ausgeglichen wurde.

Im Anschluss daran erläuterte der Finanzvorstand die Entwicklung der WBG-Tochtergesellschaft der Wohnungsverwaltungsgesellschaft Nordhausen mbH (WVG), die für private Eigentümer und Großvermieter die Verwaltung von Gebäudebeständen übernimmt. Mit ihrem professionellen Know How ist die WVG z.B. auch für die kaufmännische Verwaltung der Bleicheröder Wohnungsbaugesellschaft mbH (BWB) verantwortlich. Zum Ende seiner Ausführungen verwies Steffen Loup auf die im kommenden Jahr anstehende Vertreterwahl, die jetzt bereits ihre Schatten vorauswirft.

Für den Vorstandsbereich Wohnungswesen berichtete Sven Dörmann über eine sehr gute Vermietungsquote für das zurückliegende Jahr in Höhe von 96,5 Prozent. Aktuell beträgt diese 96 Prozent. Die Folgen der Flüchtlingskrise haben alle Mitarbeiter der Genossenschaft im Zusammenspiel mit dem Landratsamt, der Service-Gesellschaft des Landkreises und dem Verein schrankenlos e.V. gemeistert. Oftmals waren schnelle und pragmatische Lösungen gefragt. Von einst 330 Frauen, Männern und Kindern, die in vom Landratsamt angemieteten Wohnungen untergebracht waren, wohnt aktuell nicht einmal mehr die Hälfte in einer von rund 50 Wohnungen der Genossenschaft. Mit 25 Flüchtlingsfamilien hat die WBG inzwischen ganz normale Mietverträge abgeschlossen. Hierbei handelt es sich um Menschen, denen eine Bleibeperspektive attestiert wird und die außerordentliche Fortschritte im Erlernen der deutschen Sprache gemacht haben.

Sven Dörmann ging in seinem Bericht dann auf die zahlreichen Aktionen im Rahmen der Feierlichkeiten zu 115 Jahre genossenschaftliches Wohnen in Nordhausen ein und zog hier eine durchweg positive Bilanz, da das Feedback der Mitglieder sehr erfreulich war. Hier habe sich im vergangenen Jahr gezeigt, dass das Motto “Wir gestalten die Region” nicht eine Phrase ist, sondern durch zahlreiche Events, vom Rolandsfest in Nordhausen und dem Bergmannsfest in Bleicherode, über die Nachbarschaftsfeste bis hin zu den Unterstützungen für viele Vereine der Region mit Leben erfüllt wurde und auch zukünftig weiter umgesetzt wird.

Die ersten Erfahrungen mit den im vergangenen Jahr vorbereiteten Vergleichsmietenanpassungen im ersten Wohngebiet, der Dr.-Silberborth-Straße in Nordhausen, waren ein weiteres Thema. Hier wurde die Miete nach 17 Jahren erstmals wieder angehoben. Weitere Wohngebiete werden zukünftig folgen.

Für Harald Eisentraut, den Vorstand Technik, war es in dieser Funktion die letzte Vertreterversammlung. Er wird im Mai 2018 in den Ruhestand treten. Den Vertretern erläuterte er das Baugeschehen des vergangenen Jahres. Insgesamt wurde wieder eine Summe von rund 10,5 Millionen Euro in den Bestand der WBG Südharz an ihren Standorten in Nordhausen, Harztor, Rottleberode, Bleicherode und Heringen investiert. Vor allem die Ausgaben für die Instandsetzung sowie für Reparaturarbeiten sind im vergangenen Jahr erneut überdurchschnittlich gestiegen.
Harald Eisentraut berichtete den Vertretern zum Abschluss über die vorbereitenden Arbeiten zum “Familienwohnen am Borntal”, verwies auf den aktuellen Stand der dortigen Arbeiten und teilte mit, dass – obwohl das Kellergeschoss noch nicht fertig ist – bereits ein Drittel der künftigen Wohnungen vermietet ist.

Im Anschluss an die Berichte wurden der Jahresabschluss 2016, die Wahlordnung und die Wahlvorstände für die Vertreterwahl im nächsten Jahr einstimmig durch die gewählten Vertreter beschlossen. Dem Aufsichtsrat und dem Vorstand wurde für das Geschäftsjahr 2016 die Entlastung erteilt.

Als nächster Punkt der Tagesordnung stand die Wahl zum Aufsichtsrat. Doris Schilling und Simone Rappe als verdiente Aufsichtsratsmitglieder wurden in ihrem Amt betätigt. Neu in das wichtigste Gremium der Genossenschaft nach der Vertreterversammlung wurden Andrew Brotrück und Dr. Kareen Schlangen gewählt. Nicht mehr vertreten im Aufsichtsrat ist Thomas Kunze.

Alle Beschlüsse der diesjährigen ordentlichen Vertreterversammlung wurden durch die anwesenden Mitglieder einstimmig erteilt.

Abschließend dankte Rainer Bachmann dem Vorstand sowie allen Mitarbeitern der Genossenschaft für die einwandfreie Durchführung der Geschäftstätigkeit im vergangenen Jahr.

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