Biber bekommt zusätzliche Unterstützung

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NABU Thüringen bildet weitere 15 Biberberater*innen aus

Jena – Der Biber breitet sich langsam aber stetig auf natürliche Weise in Thüringen aus. Durch seine Aktivitäten ist der pelzige Nager eine große Bereicherung, wenn es zum Beispiel um die Renaturierung von Bächen und Flüssen geht. Seine Aktivitäten wie Dammbau und Baumfällungen stoßen aber nicht bei jedem sofort auf Gegenliebe. Damit Menschen es wieder lernen mit dem Biber zusammenzuleben, bildet der NABU Thüringen im Rahmen seines Projektes „Bibermanagement in Thüringen“ seit 2017 Biberberater*innen aus. Seit Mitte November gibt es nun 15 weitere Menschen im Freistaat die zu Belangen rund um das Thema Biber beraten können.

„Die Teilnehmer*innen der Ausbildung sollen befähigt werden in Zusammenarbeit mit den Naturschutzbehörden vor Ort zum Biber fachkundig zu beraten. Fällen Biber beispielswiese einen Baum, muss dieser nicht gleich weggeräumt werden sondern soll als Futtervorrat für das Tier einfach liegen bleiben. Dies verhindert, dass die Biber viele weitere Bäume fällen. Die Biberberaterinnen und Biberberater lernen aber auch, wie man mit einfachen Mitteln Bäume vor Verbiss schützen kann oder wie ein Biber von einer Obstwiese notfalls ferngehalten werden kann“, sagt Marcus Orlamünder der das NABU-Projekt „Bibermanagement in Thüringen“ koordiniert. Marcus Orlamünder leitete auch die Ausbildung zum Thema Biber und gestaltete mit Gerhard Schwab, einem erfahrenen Bibermanager aus Bayern das Programm. Das Projekt „Bibermanagement in Thüringen“ wird vom Thüringer Umweltministerium gefördert sowie unterstützt und erhält eine Förderung durch die Europäische Union. Dem NABU Thüringen liegt das Thema Biber schon sehr lange am Herzen und er begleitet die Ausbreitung des Bibers seit 2007 kontinuierlich mit Projekten zur Information, Beratung und Konfliktprävention. Der Verband berät unter anderem auch Landnutzer*innen, Gemeinden, Verbände, Planer*innen, Gartenbesitzer*innen und Mühlenbetreiber*innen, die Berührungspunkte mit dem Biber haben, tauscht sich mit Behörden aus und führt vorbeugende Maßnahmen bei zu erwartenden Biberschäden durch.

Die Ausbildungsinhalte des zweitägigen Kurses, der diesmal im Rittergut Positz bei Oppurg stattgefunden hat, erstrecken sich von Themen wie Biologie des Bibers, Inhalte und Umsetzung des Bibermanagements, Präventionsmaßnahmen in Theorie und Praxis, rechtliche Situation des Bibers in Thüringen bis hin zum Umgang mit verschiedenen Konflikten mit dem Biber. „Mit Blick auf die Ausbreitung des Bibers in Thüringen wollen wir Biberberater*innen aus allen Regionen Thüringens ausbilden. Biber werden aktuell beispielsweise im Landkreis Greiz und auch in Gera langsam präsenter und erste Biber sind auch im Altenburger Land eigewandert. Daher ist es wichtig auch Teilnehmer*innen aus diesen Regionen dabei zu haben und auszubilden. Meist hilft dann vor Ort auch schon ein erstes Gespräch mit einer Biberberaterin oder einem Biberberater, um erste Konflikte zu entschärfen “, berichtet Marcus Orlamünder aus der Praxis. „Hilft das noch nicht, wird ein gemeinsames Vorgehen abgesprochen. Dies geschieht meist in Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde. Denn Biber stehen unter strengem Schutz. Sollte zum Beispiel eine Drainage zur Absenkung des Wasserspiegels in einen Biberdamm eingebaut werden müssen, so muss dies von der unteren Naturschutzbehörde genehmigt werden.“

Mit Beispielen aus der Beratungsarbeit bereichern die lokalen Referent*innen Wilfried Matz und seine Frau Barbara, erfahrene Naturfilmer und Biberberater*innen aus Rudolstadt, das Programm. Sie begleiten seit vielen Jahren mehrere Biberreviere und schilderten Situationen aus der Beratungsarbeit, Konfliktlösungsstrategien und boten argumentative Unterstützung für die Praxis. Die Veranstaltung stieß auf großen Zuspruch aller Beteiligten. Die Teilnehmenden fanden es zudem sehr wertvoll die Zeit zu haben sich untereinander mit den erfahrenen Biberexpert*innen und NABU-Mitarbeiter*innen auszutauschen. Es ist geplant die Kontakte sowohl untereinander als auch zu den Naturschutzbehörden jeweils vor Ort auszubauen. Die in dem Grundkurs ausgebildeten Biberberater*innen werden vom NABU Thüringen zur Vertiefung des Wissens und zu speziellen Themen, wie zum Beispiel der Kartierung von Biberrevieren in Zukunft auch weiter fortgebildet.

Das vom Freistaat Thüringen geförderte Vorhaben „Bibermanagement in Thüringen“ wird durch Mittel der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert. Das Projekt wird vom Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz unterstützt.

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