Begeisterung in „Welle 48“ – Gerhard Büchner Feindestillerie Am Süßen See

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Unweit vom Süßen See liegt Teutschenthal, bis dato für den Verfasser dieser Zeit nur bekannt für das alljährliche Motocross-Spektakel im Talkessel. Für Whiskykenner ist es aber auch ein Highlight die Whisky-Destilleriescene Sachsen-Anhalts im Ort zu finden. Unter dem Straßennahmen „Welle 48“ im Ortsteil Langenbogen findet sich die Gerhard Büchner Feindestillerie Am Süßen See.

Ein kurzer Anruf zuvor genügte, um den Inhaber zu einem Plausch über Whisky zu bewegen. Beim Besuch fällt schon an der Hauswand am Eingang die mannsgroße Abbildung des Destillierapparats auf. Beim Betreten des Shops-/Tastingraums machte sich schnell eine einladende Atmosphäre breit. Gleich nebenan liegt der Brennraum, der vom Shops-/Tastingraum bereits zu sehen war.

Foto:WCN

Die Begrüßung durch Herrn Herr Büchner war herzlich und er verband diese gleich mit hochinteressanten Ausführungen zur Herstellung und zur Produktion von Rohbränden in seiner Destillerie. Ursprünglich als „Hobby im Ruhestand“ geplant, überkam Herrn Büchner – im positivsten Sinne –vor etwa 10 Jahren das Virus Whisky. Seither wird im ansehnlichen Destillierapparat, neben verschiedenen Obstbränden, Likören und Rum, auch der Rohbrand für Whisky hergestellt.

Foto:WCN

Das zur Whiskyherstellung erforderliche ungetorfte Malz bezieht der Inhaber aus Bayern, das mit einem Phenolgehalt von 50 ppm direkt aus Schottland. Die Rohbrände werden entweder vor Ort oder in einem benachbarten Gebäude für mindestens drei Jahre gelagert. Herr Büchner hat etwa 150 reifende Fässer in seiner Obhut. Ein Besuch des benachbarten Lagergebäudes rundete die kurze Besichtigung ab.

Abschließend wurden die Aromen der Whisky`s der Feindestillerie – mit aufrichtigem Bedauern des motorisierten Verfassers dieser Zeilen – nur in Nasenschein genommen. Die Single Malt Whisky`s Nr. 1 und 3 wiesen neben süßen und malzigen Aromen auch eine deutliche Rauchnote auf. Das Highlight kam zum Schluss; ein 8-jähriger Whisky in Fassstärke. Dieser reifte in verschiedensten Fässern bevor er ein 2-jähriges Finish in hauseigenen Ex-Aprikosen Likörfässern erhielt. Der Name: Apricot Cask I 1. Limited Edition. Voluminös, fruchtig und malzig und mit dem nötigen „54 % vol.“-Kick ausgestattet, katapultiert es den Verkoster bei geschlossenen Augen unmittelbar in eine reife Schottische Obstplantage (falls es so etwas überhaupt gibt).

Der herzliche, unprätentiöse Empfang hinterließ einen bleibenden Eindruck. Vielen Dank Herr Büchner!

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