AOK-Studie zu digitaler Gesundheitskompetenz: Mehr als die Hälfte der Thüringer hat Probleme

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Seriöse Informationen finden und Privatsphäre schützen fällt am schwersten

Mehr als jeder Zweite in Thüringen hat Schwierigkeiten, Informationen zu Gesundheitsfragen im Internet zu finden, zu verstehen und zu bewerten. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative AOK-Studie zur digitalen Gesundheitskompetenz der Menschen in Deutschland. Demnach haben nur 44 Prozent der Befragten in Thüringen eine hohe oder sehr hohe digitale Gesundheitskompetenz. Der Freistaat liegt damit unter dem bundesweiten Durchschnitt von 48 Prozent. Hessen und das Saarland schneiden im Bundesvergleich mit je 51 Prozent am besten ab, Baden-Württemberg mit 43 Prozent am schlechtesten.

Vor dem Hintergrund eines zunehmend digitalisierten Gesundheitswesens zeigt die Studie, wie sich die Patienten im Dschungel der digitalen Gesundheitsinformationen zurechtfinden. Mehr als ein Drittel der befragten Frauen und Männer in Thüringen nutzt eigenen Angaben zufolge wöchentlich oder häufiger Gesundheitswebsites. Der großen Mehrheit fällt es dabei leicht, Suchanfragen treffend zu formulieren (82 Prozent).

53 Prozent aller Befragten finden es jedoch schwierig zu beurteilen, ob die im Netz gefundenen Informationen tatsächlich zuverlässig sind oder nicht. Knapp 44 Prozent fällt es schwer zu beurteilen, ob die Informationen aus kommerziellem Interesse von Einzelpersonen oder Unternehmen veröffentlicht wurden. Rund 31 Prozent tun sich zudem schwer einzuschätzen, ob die gefundenen Informationen auf sie selbst zutreffen. Auch der Schutz der Privatsphäre ist für viele eine Herausforderung: 55 Prozent empfinden es schwierig zu beurteilen, wer ihre privaten Angaben online mitlesen kann.

„Die Studie ist ein Weckruf“, sagt Stefan Knupfer, Vorstand der AOK PLUS. „Die Akteure im Gesundheitswesen müssen gemeinsam dafür Sorge tragen, dass alle Menschen, sowohl Kranke als auch Gesunde, bei der digitalen Transformation mitgenommen werden. Nur so können digitale Lösungen, wie die elektronische Patientenakte oder die Videosprechstunde, ihren Mehrwert entfalten. Als vertrauensvoller Partner für unsere Versicherten und Leistungserbringer nehmen wir die Position ein, die digitale Kompetenz auf beiden Seiten zu stärken.“

Für die repräsentative Studie wurden 8500 Menschen in allen Bundesländern befragt. Die größten Unterschiede zeigen sich im bundesweiten Vergleich bei Bildung, Einkommen und dem eigenen Gesundheitszustand: Je höher der Bildungsabschluss und je höher das Einkommen, umso stärker ist tendenziell die digitale Gesundheitskompetenz ausgeprägt. Menschen, die ihren Gesundheitszustand als sehr gut oder gut einschätzen, weisen ebenfalls eine höhere digitale Gesundheitskompetenz auf als Menschen, die ihren Gesundheitszustand als mittelmäßigem bis sehr schlecht einstufen. Auch Personen mit einer oder mehreren chronischen Erkrankungen, so die Studie, haben tendenziell eine weniger stark ausgeprägte digitale Gesundheitskompetenz als Personen ohne chronische Krankheit.

Nur kleine Unterschiede gibt es bundesweit zwischen den Geschlechtern: Frauen weisen eine leicht höhere digitale Gesundheitskompetenz auf als Männer. 49 Prozent schneiden gut oder sehr gut ab, bei den Männern sind es 47 Prozent. Der Vergleich nach Altersklassen oder zwischen Personen mit und ohne Migrationshintergrund zeigt dagegen keine nennenswerten Unterschiede.

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