ALLES METALL

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Wie geht das eigentlich mit dem Bronzeguss? – In der Jugendkunstschule Nordhausen trafen sich in der ersten Herbstferienwoche unter anderem die Preisträger*innen der Jugendkunstbiennale 2020, dem größten Kunstwettbewerb für junge Künstler*innen in Nordthüringen, um dieser Frage auf den Grund zu gehen. Goldschmiedin Cornelia Krüger führte in zwei mehrtägigen Workshops in die alte Technik des Bronzegusses ein.

Schon vor 5000 Jahren bearbeiteten Menschen diesen Werkstoff, doch so archaisch geht es heute nicht zu. Statt glühende Holzkohle mit reichlich Kraftaufwand auf über 1100 Grad hochzuheizen, kommt die Energie für den modernen und handlichen Schmelzofen direkt aus der Steckdose. Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht. Figürliches Arbeiten an Schmuck und Skulpturen – mögen sie noch so kleinformatig sein – erfordert Geschick, Ausdauer und kräftige Finger. Denn ohne Form kein Bronzeguss. So wird aus einem Wachsblock zunächst ein Modell geschnitzt, aus dem mithilfe von Gusssand wiederum eine Negativform entsteht. – Erkaltet ist der fertige Guss übrigens nach wenigen Minuten. Dann wird konzentriert gesägt, gefeilt, geschliffen und poliert, bis das gewünschte Ergebnis im zufriedenen Blick der jungen Bildhauer*innen erstrahlt. Dass das analoge Kunsthandwerk einen wahrnehmbaren Ausgleich zur allgegenwärtigen Pression des Digitalen und das gemeinsame künstlerische Arbeiten einen gehörigen Mehrwert schaffen kann, ist am Ende allen Teilnehmer*innen anzumerken.

Und einige von ihnen werden ab sofort regelmäßig den Kurs »Alles Metall« besuchen, der ab 9. November jeden Dienstag 17 Uhr in der Jugendkunstschule Nordhausen stattfinden wird. Wer seine künstlerischen Arbeiten beim größten Kunstwettbewerb Nordthüringens, zur Jugendkunstbiennale 2022 einreichen möchte, der hat ab Mai wieder die Möglichkeit dazu. Die Jugendkunschule Nordhausen ist als Partner und Abgabeort wieder mit dabei.

(Text und Fotos: Sebastian Schimmel)

Foto:Sebastian Schimmel

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