Aktuell noch 240 Ausbildungsplätze im Landkreis Nordhausen zu vergeben

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Das neue Ausbildungsjahr startet – doch viele Firmen suchen weiterhin Nachwuchs: Im
Landkreis Nordhausen sind von insgesamt rund 510 gemeldeten Ausbildungsstellen
aktuell noch 240 Plätze zu vergeben. Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-
Umwelt mit und beruft sich dabei auf Zahlen der Arbeitsagentur. Die IG BAU
Nordthüringen warnt vor einer Verschärfung des Fachkräftemangels, sollte ein Großteil
der Stellen unbesetzt bleiben – und ruft Berufsstarter dazu auf, sich insbesondere in der
Baubranche umzusehen. Laut Arbeitsagentur sind bei Hoch- und Tiefbauunternehmen
in Thüringen derzeit noch rund 210 Plätze frei. Das entspricht etwa der Hälfte aller
gemeldeten Ausbildungsstellen in der Branche.
„Die Corona-Pandemie ist insgesamt am heimischen Ausbildungsmarkt nicht spurlos
vorbeigegangen. Teils bieten Firmen weniger Plätze an oder fahren die Lehre ganz
zurück. Auch der Berufsschulunterricht kann nicht überall wie gewohnt stattfinden. In
vielen Bereichen bewerben sich aber auch deutlich weniger Schulabgänger“, sagt
Harald Buntfuß, der stellvertretende Bezirksvorsitzende der IG BAU Nordthüringen.
Doch jeder Azubi, der jetzt fehle, sei in drei Jahren eine dringend gebrauchte Fachkraft
weniger. Besonders das Baugewerbe müsse angesichts der anhaltend hohen
Auftragslage – vom Wohnungs- bis zum Gleis- und Straßenbau – noch mehr
Berufsanfänger für sich gewinnen.
Dabei stünden Bau-Azubis im Branchenvergleich in puncto Bezahlung an der Spitze,
wie eine Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigt. Ein
angehender Maurer kommt demnach im ersten Ausbildungsjahr auf 805 Euro pro
Monat. Im zweiten Jahr liegt die Vergütung bei 1.000 Euro, im dritten sind es
1.210 Euro. Im Anschluss an den Gesellenbrief können sich Beschäftigte fortbilden und
es bis zum Polier oder Bauleiter bringen.
Viele Fachleute verließen jedoch nach der Ausbildung ihren Baubetrieb, so die
Gewerkschaft – vor allem wegen harter Arbeitsbedingungen und den oft langen, aber
unbezahlten Fahrzeiten zu den Baustellen. „Es kommt darauf an, den Bau auch nach
der Ausbildung attraktiver zu machen. Gerade die Vereinbarkeit von Familie und Beruf
ist hier wichtig“, betont Carsten Burckhardt vom IG BAU-Bundesvorstand.
Deshalb fordert die Gewerkschaft in der laufenden Tarifrunde für die Branche eine
Entschädigung der Wegezeiten, 5,3 Prozent mehr Einkommen und den Angleich der
Ost- an die Westlöhne. Die Arbeitgeber hätten in den Tarifverhandlungen bis Ende
September die Chance, die Branche für die Zukunft aufzustellen. „Ohne höhere Löhne
und bessere Arbeitsbedingungen wird es kaum gelingen, die enorme Nachfrage nach
neuen Wohnungen, sanierten Straßen und energetischen Gebäudesanierungen in den
kommenden Jahren zu bewältigen“, so Burckhardt.

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