„6 Jahre Utopia in Weimar – Im milden Glanz der Bratwurst“ – Die Bauhaus Revue Jazz * Wort * Performance im Kunsthof Friedrichsrode

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Am 07. Dezember 2019 um 20.00 Uhr im Kunsthof Friedrichsrode. Eine Veranstaltung der Thüringer Landeszentrale für politische Bildung. Eintritt frei!

Mitten im politischen Chaos nach Weltkrieg, Novemberrevolution, Abdankung des deutschen Kaisers und Konstitution des Freistaates Thüringen und in der Zeit einer immer grotesker werdenden Inflation gründet Walter Gropius in Weimar das Bauhaus – just während im Nationaltheater über die erste demokratische Verfassung Deutschlands debattiert wird. Erfüllt vom Ideal des Aufbruchs in eine neue Gesellschaft holt er einige der interessantesten Figuren der europäischen Kunstszene in die kleine Stadt an der Ilm und initiiert einen Umbruch ästhetischer Werte, der die Architektur und die Kunst des gesamten 20. Jahrhunderts nachhaltig beeinflussen sollte.

Der Weimarer Jazzmusiker, Komponist und Autor Frieder W. Bergner erzählt in dieser Performance Geschichten dieser bewegten Jahre, zitiert dabei dokumentarische Texte von Zeitzeugen aus dem Bauhaus und aus dessen Umfeld und verbindet diese mit Jazzkompositionen nach lyrischen Texten aus den Bauhaus-Jahren zu einer jazzmusikalischen Revue.

mit Silke Gonska – Gesang, livesampling, Sprecherin und Frieder W. Bergner – Posaune, Gesang, livesampling, Erzähler

„Erzählt worden ist die Geschichte des Bauhauses schon oft. Generationen von Historikern haben sie akribisch und mit Inspiration erforscht und reich bebilderte Dokumentationen dazu verfasst. Denen wollen wir mit unserer Erzählung keine Konkurrenz machen. Nein, wir Weimarer von heute betrachten die Geschichte vom Scheitern des Bauhauses als ein Teil der Geschichte unserer Stadt, in der wir uns angenommen und zu Hause fühlen möchten, anders, als es den Helden unserer Erzählung damals widerfahren ist. Wir wünschen uns UNSER WEIMAR heute anders, als es damals war. Weniger Missgunst und Neid, ein bisschen weniger Dummheit und boshafte Aggression und – HOFFENTLICH – mehr Offenheit für das Prinzip der geistigen Erneuerung, ein Prinzip, auf das keine menschliche Gesellschaft, weder damals noch heute, verzichten kann.

Und natürlich wollen wir auch eine spannende Geschichte erzählen, eine Geschichte voll fantastischer Ereignisse, verrückter Ideen, schräger Typen und überraschender Wendungen, ganz so, wie sie nur das Leben selbst hervorbringt.“ .

Vertont wurden lyrische Texte u.a. von Kurt Schwitters, Hans Arp, Emmy Hennings, Hugo Ball, Erich Mühsam, Max Ernst, Rose Ausländer und Jakob van Hoddis.

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