20 Mostereien für eigenes Obst in Thüringen

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NABU Thüringen: Eigenes Obst für eigenen Saft: Großes Interesse an Mostereien-Liste

Aus dem eigenen Obst den eigenen Saft pressen ist für viele Menschen ein besonderer Genuss. Unter www.Streuobst.de zeigt eine aktuelle Liste des NABU auf, wo dies in Thüringen möglich ist. Über 20 mobile und kleine stationäre Mostereien sind mittlerweile in der Liste verzeichnet. Diese Art der Mostereien leisten einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung von Streuobstwiesen und der Kulturlandschaft.

Jena – 20 mobile und stationäre kleine Mostereien stehen jetzt für Thüringen unter www.Streuobst.de bundesweit im Netz. „Das ist ein Service für Tausende insbesondere junger Familien in ganz Deutschland. Denn bei allen 20 Mostereien können die Menschen ihr eigenes Obst zu eigenem Saft oder Most pressen lassen – das ist unsere Vorgabe für die Aufnahme in die Liste, in der bundesweit inzwischen über 350 Mostereien erfasst sind“, so der Sprecher des NABU-Bundesfachausschuss Streuobst, Dr. Markus Rösler.

„Mit neun mobilen Mostereien in unserer Thüringer Liste haben wir wohl alle mobilen Mostereien im Freistaat erfasst. Das ist ein phänomenaler Erfolg unserer langjährigen Vernetzungsarbeit“, betont Marcel Hoppe, der Thüringer Länderkoordinator des NABU-Bundesfachausschuss Streuobst. Noch vor 25 Jahren gab es nach NABU-Angaben noch keine einzige mobile Mosterei in Deutschland.

„Die mobilen und auch die kleinen stationären Mostereien sind wichtig für die Erhaltung der Streuobstwiesen in Thüringen. Zudem konnten wir in den letzten Jahren eine wachsende Beliebtheit des Themas Streuobstwiesen feststellen. Besonders immer mehr Familien, Frauen und jüngere Menschen nehmen an Hochstamm-Schnittkursen teil“, erklärt Marcel Hoppe. „Der Biotop-Schutz der Streuobstbestände in Thüringen ist wertvoll und hilfreich. Aber ohne steigende Nachfrage von Streuobstwiesenprodukten und deren Verwertung wird es uns nicht gelingen, diese für den Artenschutz, den Landschaftsschutz, den Tourismus und für gesunde Lebensmittel außerordentlich wichtige Kulturlandschaft zu erhalten.“

Auf Anregung des NABU haben sich die mobilen und kleinen Mostereien Deutschlands seit 2018 bereits zweimal bundesweit zu Tagungen getroffen – beide Male in Thüringen – und auch eine eigene Interessensvertretung gewählt.

„Nach unseren Schätzungen pressen die mobilen und kleinen Mostereien Deutschlands in guten Jahren über 50 Millionen Liter Saft. Das ist in manchen Regionen ein inzwischen wichtiger Beitrag zur Bewirtschaftung und Erhaltung von Streuobstwiesen“, so Markus Rösler. Nach NABU-Angaben wurden in den Streuobstbeständen Deutschlands weit über 5.000 Tier- und Pflanzenarten sowie rund 6.000 Obstsorten nachgewiesen. „Damit gelten Streuobstwiesen als Hot Spots für die Biologische Vielfalt in ganz West- und Mitteleuropa. Deutschland und auch Thüringen haben für deren Erhaltung und Entwicklung eine herausragende Verantwortung“, so Rösler.

Die jüngst eingetragene Mosterei Rodacher Fruchtsäfte von Gabriel Möbus in Adelhausen erhält vom NABU Thüringen als Geschenk einen Karton mit zwölf 0,25-Liter-Gläsern mit dem berühmten Aufdruck „Mosttrinker sind Naturschützer“.

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