16 Prozent weniger Behandlungen in Thüringer Kliniken

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Rückgänge bei Notfällen, planbaren Operationen und ambulant-sensitiven Fällen

In Thüringens Krankenhäusern sind auch in 2021 deutlich weniger Patienten behandelt worden als vor der Corona-Pandemie. Dies geht aus dem neuen Krankenhausreport des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor. Demnach war bei den Krankenhaus-Behandlungen im vergangenen Jahr ein Rückgang von 16 Prozent gegenüber 2019 festzustellen. 2020 hatte er im Freistaat bereits bei 13 Prozent gelegen.

Bei Notfällen wie Schlaganfällen oder Herzinfarkten registrierte das WidO ebenfalls einen Rückgang der Fallzahlen. So wurden im zweiten Pandemiejahr 6 Prozent weniger Herzinfarkte behandelt als im Vergleichsjahr 2019, im ersten waren es 3 Prozent weniger. Die Zahl der Schlaganfall-Behandlungen sank um 6 Prozent (2020: minus 5 Prozent). Die gesunkene Anzahl an eingewiesenen Patienten ist ein Hinweis darauf, dass die Menschen während der Pandemie bei milderen Notfallsymptomen oftmals nicht den Rettungsdienst alarmiert haben und damit nicht stationär aufgenommen wurden.

Rückgänge bei planbaren Operationen
Auch planbare Operationen wie Mandelentfernungen oder Hüftprothesenimplantationen sind in 2021 im Jahresvergleich zu 2019 stark zurückgegangen. Zugleich sank wiederholt die Zahl von Darmkrebs-Operationen um minus 19 Prozent (2020: minus 12 Prozent). Bei Brustkrebs-Operationen stiegen indessen die Fallzahlen im vergangenen Jahr wieder um 9 Prozent zu 2019. Im ersten Pandemiejahr lagen diese noch um 3 Prozent niedriger als im Vorjahr.

Bei ebenso ambulant durchführbaren Behandlungen ist ein besonders starker Rückgang zu verzeichnen. So sind im zweiten Pandemiejahr 39 Prozent weniger Krankenhaus-Behandlungen der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) durchgeführt worden als 2019. Schon 2020 waren es 31 Prozent weniger. Auch sank die Anzahl eingewiesener Patienten mit Rückenschmerzen um 40 Prozent (2020: minus 26 Prozent).

„Der wiederholt starke Rückgang von Behandlungen im Krankenhaus gibt schon zu denken“, betont Rainer Striebel, Vorstand der AOK PLUS. „Wir sollten jetzt alles daransetzen, dass medizinisch notwendige Operationen nicht weiter verschoben werden müssen und alle Patienten zeitnah behandelt werden. Bei den enormen Rückgängen von ambulant-sensitiven Behandlungen sollten wir jedoch prüfen, ob diese nicht auch zukünftig anderweitig erbracht werden können. Diese Erkenntnisse als auch Erfahrungen aus der Pandemie müssen in die anstehende Weiterentwicklung in Thüringen einfließen, um regionale und zukunftsfähige Strukturen aufzubauen.“

Datenbasis
Grundlage des Krankenhausreports bilden die Abrechnungsdaten der stationär behandelten AOK-Versicherten. Der komplette Report findet sich im Internet unter www.wido.de/publikationen-produkte/buchreihen/krankenhaus-report/

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