Wiedergutmachung mit Kantersieg

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Der Thüringer HC fuhr nach einem überraschend deutlichem 40:25 (22:8)-Heimsieg gegen die HSG Blomberg-Lippe zwei wichtige Punkte ein. Völlig verändert trat das Team von Trainerfuchs Herbert Müller gegen die Gäste aus dem Lipperland in eigener Halle auf. Von Beginn an ließen sie keinen Zweifel am Siegeswillen und vor allem, um sich vor den eigenen Fans wieder besser zu präsentieren als in den letzten Begegnungen.
Besonders im Umschaltspiel aus der Abwehr in den Angriff überzeugte der THC, bei dem Kerstin Kündig sehr erfolgreich Regie führte. Von der viel gescholtenen Schwäche der Gastgeberinnen im Abschluss war diesmal nichts zu merken. Mit je acht Treffern waren Annika Meyer und Kerstin Kündig die erfolgreichsten Schützinnen in einem Spiel, das nur aufgrund einer geschlossenen Mannschaftsleistung so erfolgreich ausging. Für die HSG Blomberg-Lippe traf Laetitia Quist sieben Mal.

Nach der Niederlage gegen die Wildcats aus Halle waren die Erwartungen an den Thüringer HC hoch und die Gäste aus Blomberg kein einfacher Gegner. Nach Fehlwurf der Gäste ging der THC durch Treffer von Kerstin Kündig in Führung und Irma Schjött parierte den zweiten Angriff der Gäste. Bereits nach drei Minuten lagen die Thüringerinnen mit 3:0 vorn. Das war ein Start nach Maß und Anika Niederwieser legte noch einen drauf. In der 5. Minute erzielte Ann Kynast das erste Tor für die Lipperländerinnen. Der THC versuchte das Tempo gerade in der Startphase und den Druck auf die Ostwestpfalen hochzuhalten. Das gelang in den ersten Minuten sehr gut und legte den Grundstein für den Erfolg. Kurz vor Ende der 6. Minute der zweite Treffer der Gäste. Blomberg störte jetzt früh gegen die Angriffe der Gastgeberinnen und versuchte den Vorsprung zu verkürzen. Sehenswert in dieser Spielphase der Abschluss des Tempogegenstoßes von Lydia Jakubisova, die mit ihrer ganzen Erfahrung per Heber den Ball ins HSG-Tor einnetzte. Beim Stand 7:2 nahm Steffen Birkner, mit seinem Team sichtlich unzufrieden, das erste Team Timeout.

Nach zehn Minuten lag der Thüringer HC mit 7:3 vorn. Stark verbessert zeigte sich der THC im Spielaufbau und der Chancenverwertung. Das Team von Herbert Müller nicht wiederzuerkennen. Im Gegensatz zum Spiel gegen Halle schien ein neues Team auf dem Feld zu stehen. Schon nach 14. Minute sah sich Steffen Birkner zur zweiten Auszeit gezwungen – 10:3. Ganz stark präsentierte sich Irma Schjött hinter ihrer Abwehrreihe und entschärfte einige Bälle auf ihr Tor. Der erste Zehntorevorsprung gelang in der 16 Minuten der erste zehn Torevorsprung, Lydia Jakubisova versenkte den Ball zum 13:3. Im HSG-Tor der Wechsel – Marie Andresen kam für Melanie Veith, die bislang nur wenige Bälle halten konnte. Die HSG Blomberg-Lippe nicht wiederzuerkennen, ließ dem THC zu viel Raum, den die Gastgeberinnen erfolgreich für sich nutzten. Kerstin Kündig zeigte als Regisseurin ein souveränes Positionsspiel und brachte ihre Mitspielerinnen gut in Szene. Der Auftritt des THC dagegen wie aus einem Guss. Da änderte auch die Zeitstrafe in der 26. Minute gegen Lamprini Tsakalou nichts. Das Fehlen der Griechin wurde durch die siebte Feldspielerin ausgeglichen. Zu Beginn der 27. Minute zog Herbert Müller erstmals die grüne Karte. Noch in derselben Minute der 20. THC-Treffer, so viele waren es im ganzen Spiel gegen Halle nicht. Trotz des deutlichen Vorsprungs der Gastgeberinnen musste man davon ausgehen, dass die Gäste nach der Pause neu ausgerichtet in die zweite Halbzeit gehen würden. Mit einem 22:8 verabschiedeten sich die Mannschaften in die Kabinen.

Wenn der Thüringer HC weiterhin für zwei Punkte und für ein besseres Torverhältnis sorgen wollte, sollte die Mannschaft nicht nachlässig werden. So war es Kerstin Kündig, die mit drei Treffern in Folge nach Wiederanpfiff die Torausbeute weiter verbesserte. Die Frauen aus der Nelkenstadt wirkte wie von der Rolle und brauchte knapp viereinhalb Minuten für den neunten Treffer. Die HSG mit ungewohnt vielen technischen Fehlern und leichten Ballverlusten im Angriff, den Rest holte sich Irma Schjött. Von der Strafwurflinie netzte Asli Iskit in der 40. Minute zum 29:11 ein. Ein Spiel nach Maß für das Team von Herbert Müller und seinen Fans, die lange auf so einen Auftritt warten mussten. In der 44. Minute reichte es Steffen Birkner, das 33:14 war wohl zu viel des Guten. Ein letztes Mal zog er die grüne Karte und zitierte seine Mannschaft an die Seitenlinie. Knapp zwei Minuten später ergriff Herbert Müller die Option, mit der Mannschaft zu reden. Zwei Treffer von der Ostwestfalen gingen dem voraus – 34:16. Die Blombergerinnen waren um Ergebniskosmetik bemüht, für Herbert Müller ergab sich bei einer komfortablen Führung von 35:18 die Möglichkeit, neben Johanna Reichert auch Kim Braun ins Spiel zu bringen, die bisher wenige Auftritte für den THC hatte. Die sich einschleichenden Nachlässigkeiten in der Abwehr des THC erkannten die Gäste und verkürzten in der 54. Minute auf 36:22. Zeit für den THC-Coach, sein letztes Team Timeout zu nehmen. Die kurze Schwächephase war schnell überwunden, knapp zwei Minuten vor dem Schlusspfiff netzte Anika Niederwieser zum 40:24 ein. Der verworfene Strafwurf von Asli Iskit in der letzten Spielminute tat der guten Leistung des THC keinen Abbruch. Mit 40:25 fuhr der THC einen so nicht zu erwartenden Kantersieg ein.

Statistik:
Thüringer HC: Laura Kuske, Irma Elisabet Schjött; Annika Meyer 8, Yuki Tanabe 2, Asli Iskit 5/3, Anika Niederwieser 4, Lamprini Tsakalou, Kerstin Kündig 8, Lydia Jakubisova 6, Johanna Reichert 2, Kim Braun, Jennifer Rode 5.

HSG Blomberg-Lippe: Marie Andresen, Melanie Veith, Laura Rüffieux, Ann Kynast 5, Laetitia Quist 7, Lisa Rajes 1, Nele Wenzel 2, Kamila Kordovská 2/1, Emma Hertha 1, Ndidi Agwunedu, Cara Reiche 1, Linnea Pettersson, Cara Hartstock, Malina Marie Michalczik 6/1.

Strafwürfe: 3/4 – 2/3.

Zeitstrafen: 2 – 0.

Zuschauer: 676.

Schiedsrichter: Maike Merz/Tanja Kuttler.

Bericht: Bernd Hohnstein/Andreas Hofmann

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