Zeit für Nistkastenbau!

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Klaus Lieder vom NABU Thüringen gibt Tipps zur Nisthilfenbastelei

Jena – Frühling liegt in der Luft. Die Vogelgesänge werden häufiger und erste Blüten sind schon in den Vorgärten zu sehen. Längere Tage und mildere Temperaturen aktivieren und stimulieren die Hormone – auch bei den Singvögeln, die lautstark ihre Balzlaune verkünden. „Bis März ist jetzt noch Zeit, um Nistkästen aufzuhängen. Denn neben Futter müssen unsere gefiederten Freunde einen geeigneten Brutplatz finden“, sagt Klaus Lieder ein Vogelexperte beim NABU Thüringen. „Nistkästen können mit etwas handwerklichem Geschick auch selber gebaut werden. Das ist nicht schwer, wenn man einige Tipps beachtet. Denn jede Tierart hat ihre ganz eigenen Ansprüche, die man versucht, so gut es geht, zu bedienen.“

Tipps vom NABU-Vogelexperten zum Nistkastenbau

„Wer einen Nistkasten bauen möchte, der kann erstmal seinen alten über Jahre gehorteten Brettervorrat nach geeignetem Baumaterial durchsuchen. Etwa zwei Zentimeter dicke Bretter sind ein gutes Maß“, rät Klaus Lieder. „Wichtig ist, dass das Holz unbehandelt und sägerau ist, damit die flüggen Küken später aus dem Kasten klettern können. Die fertigen Kästen können von außen mit Bio-Lasuren oder Leinöl wetterfest gemacht und sofort aufgehängt werden.“

„Das Einflugloch richtet sich unter anderem nach der Körpergröße der Vögel. Wünscht man die Ansiedlung kleiner Arten wie Blau- und Sumpfmeise, dann schließt man mit einer Fluglochgröße von 26 mm die Konkurrenz größerer Arten wie Kohlmeise oder Feldsperling aus. Die größeren Vögel können so den Kleineren den Kasten nicht mehr streitig machen. Je nach Vogelart liegt die Fluglochweite bei 26 bis 45 Millimetern. Am häufigsten nutzen Kohl- und Blaumeisen die Nistkästen, aber auch Kleiber und Haussperling finden sich dort ein. Bachstelze, Rotschwänze, Zaunkönige und Grauschnäpper dagegen suchen nischenartige Halbhöhlen, bei denen ein Teil der Frontwand fehlt.

Die Größe eines Vogels gibt auch die Größe des Kastens vor. Der Boden des Nistkastens muss mindestens zwölf mal zwölf Zentimeter Fläche bieten. „In den Nistkastenboden bohrt man vier etwa fünf Millimeter große Löcher. Damit bleibt der Kasten luftig und trocken. Wichtig ist die Lochunterkante des Einflugloches bei Höhlenbrüterkästen mindestens 17 Zentimeter über dem Kastenboden anzubringen. Das macht es unter anderem Katzen und Mardern schwer mit der Tatze an die Brut zu gelangen. Demselben Zweck dient der Überstand des Daches über dem Flugloch. Je größer der Überstand, desto geringer die Chance, dass Prädatoren von oben in das Flugloch hineingreifen können. Auf eine Ansitzstange unter dem Flugloch sollte verzichtet werden. Dies erleichtert es den Fressfeinden nur noch mehr, schnell an die Brut zu gelangen.“

Eine häufig gestellte Frage die der Vogelexperte oft bekommt, ist die Frage nach der Wahl des richtigen Standortes: „Sofern es in der Bauanleitung nicht anders beschrieben ist, können die Nistkästen in einer Höhe von zwei bis drei Metern aufgehängt werden. Das Einflugloch sollte weder zur Wetterseite im Westen zeigen, noch darf der Kasten längere Zeit der prallen Sonne ausgesetzt sein. Eine Ausrichtung des Einflugloches nach Osten oder Südosten ist deshalb ideal.“ Für Nisthilfen gleicher Bau- und Zielvogelart empfiehlt Klaus Lieder Abstände von mindestens zehn Metern zueinander einzuhalten. So ist gewährleistet, dass die brütenden Tiere auch genügend Nahrung für sich und ihren Nachwuchs finden. Eine Ausnahme bilden Koloniebrüter wie Sperlinge, Stare und Schwalben. Sollen mehrere Nisthilfen für verschiedene Vogelarten im Garten einen Platz finden ist ein Abstand von mindestens drei Metern zwischen den Nisthilfen empfehlenswert.

Ausführliche Bauanleitungen finden sich auf der Internetseite des NABU Thüringen unter www.NABU-Thueringen.de

Zusatzinformation

Einfluglochgrößen für Höhlenbrüternistkästen

Blaumeise: 26-28 mm Ø
Tannenmeise: 26-28 mm Ø
Haubenmeise: 26-28 mm Ø
Sumpfmeise: 26-28 mm Ø
Weidenmeise: 26-28 mm Ø
Kohlmeise: 32 mm Ø
Kleiber: 32 mm Ø
Trauerschnäpper: 25 mm Ø
Haussperling: 35 mm Ø
Feldsperling: 35 mm Ø
Star: 45 mm Ø
Gartenrotschwanz: oval 48 mm hoch, 32 mm breit

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