1000ste Verleihung der Plakette schwalben-freundliches Haus in Thüringen

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Der NABU Thüringen zeichnet in Molschleben Schwalbenfreunde aus

Jena – Pünktlich zum Ende der diesjährigen Schwalbensaison, verleiht der NABU Thüringen seine 1000ste Plakette für schwalbenfreundliche Häuser an den Landgasthof zur Krone in Molschleben bei Gotha. „Der Landgasthof ist ein gutes Beispiel wie der Geschäftsbetrieb eines Gasthauses und Schwalben zusammen harmonieren können. Am Gebäude des Landgasthofes kann man in einer guten Saison über zehn Mehlschwalbennester zählen“, sagt Tino Sauer der Schwalbenbeauftragte des NABU Thüringen. Herr Mirhenn der Wirt des Landgasthofes sagt, dass die Schwalben rund ums Haus brüten und er möchte die verliehen Plakette in den Gasträumen wohl platziert aufhängen. Vermutlich neben den Bildern von Bernhard Vogel, Christine Lieberknecht und Rudi Völler.

Schon seit 2011 zeichnet der NABU Thüringen schwalbenfreundliche Häuser und Gemeinden mit der Plakette „Hier sind Schwalben willkommen“ aus. Auch Detlev Schneider ein Vorstandsmitglied des NABU Thüringen war vor Ort: „Ich selbst habe auch schon einige Plaketten verliehen. Es ist jedes Mal ein Segen zu sehen, wie Schwalben die Menschen begeistern können. Manche ärgern sich sogar wenn Vögel in einem Jahr nicht unter ihrem Dach brüten.“

Schwalben sind Zugvögel und die kalte Jahreszeit verbringen sie in Afrika. Im April kommen sie dann zum Brüten zu uns und bauen ihre Nester an und in Gebäuden. Leicht haben es die Schwalben aber bei uns nicht, denn Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden und die Beseitigung von Nestern machen ihnen das Leben schwer. „Dabei ist es super einfach den Schmutz den die Schwalben durch ihren Kot verursachen zu reduzieren“, erklärt Tino Sauer. „Ein einfaches Brett unter dem Nest kann da schon Abhilfe schaffen.“

Rauchschwalben nisten gerne in Ställen, Schuppen und unter Carports. Die Nester sind nach oben offen aus Lehm mit Pflanzenfasern gebaut. Man erkennt sie vor allem an ihren langen Schwanzspießen und an der rotbraunen Färbung im Gesicht. Mehlschwalben unterscheiden sich durch ihre weiße Unterseite. Ihre Nester sind meist an Hausfassaden direkt unterhalb des Dachvorsprungs zu finden. Sie bestehen aus einem lehmigen Erdgemisch und sind halbkugelig gebaut. „Schwalbenfreunde bauen den Vögeln oft auch künstliche Nisthilfen und legen Lehmpfützen an. Diese Pfützen helfen den Tieren ihr Baumaterial zu formen, dass dann an den Wänden ordentlich hält“, so Tino Sauer. Das Schwalbenprojekt wird unterstützt von der Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen. Nähre Infos finden Sie unter www.NABU-Thueringen.de

Hintergrund für das Projekt zum Schwalbenschutz

Als Kulturfolger haben sich Mehl- und Rauchschwalben an eine vom Menschen geprägte Umgebung angepasst. Doch trotz ihrer Anpassung gehen die Schwalbenbestände seit Jahren zurück. Intensive Landwirtschaft, fortschreitende Versiegelung der Landschaft, schwalbenunfreundliche Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden und Beseitigung von Nestern machen ihnen das Leben schwer. Mangel an geeignetem Nestbaumaterial, fehlende Nistplätze und unzureichendes Nahrungsangebot sind die Folgen.

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