10 Jahre Wiedereinweihung der Johanniskirche Ellrich

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„Nun danket alle Gott…. der große Dinge tut“

Mit diesem Choral begann am Sonntag der Festgottesdienst in der Johanniskirche Ellrich. Für weniger Gläubige könnte man auch schreiben „Auferstanden aus Ruinen“, denn wenn man das christliche Bild nimmt, das nicht nur Kinder hinterfragen, nach dem Gott aus dem Himmel auf das vollbrachte Werk schaut, dann würden sich die ehemaligen Verantwortlichen aus „Partei und Regierung“ die Augen reiben, in welcher Weise die ehemalige Nationalhymne an und in dieser Kirche Realität geworden ist. Doch ist eher anzunehmen, dass sie in der Hölle schmoren. Zurück zum Sonntag und dem Gottesdienst, der von vielen fleißigen Händen über Tage vorbereitet wurde, ein Gemeinschaftswerk, gelebte Ökumene – wieder typisch Ellrich. Bürger Ellrichs, ob dem evangelischen oder katholischen Glauben angehörend oder Atheist packten an, stellten Tische und Stühle auf, schmückten mit einer überbordenden Fülle an Blumen. Die Feuerwehr grillte nach dem Gottesdienst Würstchen und Steaks und bot Getränke an. Es war fast wie Weihnachten, der Gemeindekirchenrat „rief und alle kamen“. Vor voller Kirche eröffnete Superintendent Andreas Schwarze den Gottesdienst, der Posaunenchor SüdharzAir füllte den Raum mit der herrlichen Akustik, der Gospel-Chor Karibu ließ sich nicht bitten und war auch nach Ellrich gekommen, die Choräle begleitete Michael Martens am Orgelpositiv. Der Höhepunkt, wenn man diese Formulierung für einen Gottesdienst gebrauchen darf, war aber die Predigt, gehalten von Rektor Michael Bornschein. Auch für ihn, der aus Drübeck angereist war, ein besonderer Gottesdienst, hatte er doch vor zehn Jahren die Wiederweihe dieser Kirche vorgenommen. Für ihn ein bewegender Moment und für die Gemeinde eine zu Herzen gehende Predigt. Nicht unerwähnt bleiben soll der Besuch des parlamentarischen Geschäftsführers der CDU, Manfred Grund, der still, bescheiden und in sich gekehrt diesem Ereignis beiwohnte. Anschließend wie es im Flyer hieß: Festtreiben rund um die Johanniskirche, das bis fast 18 Uhr dauerte und es nicht nur Kaffee und Kuchen, Steaks und Würstchen vom Grill und Getränke gab, sondern für die Kinder ein spezielles Programm – in der Kirche eine „Spurensuche“ und nachmittags Spiele im Pfarrgarten. Die ‚etwas Älteren‘ erfreuten sich an Livemusik und ab 16 Uhr an dem Chorkonzert mit dem gemischten Chor Ellrich. Alles in allem ein gelungenes Fest an dem Ort, wo die alte Führung in Zeiten der DDR die Kirche abreißen und dafür eine Kaufhalle bauen wollten. Das FDJ-Lied „Bau auf, bau auf“ oder „Auferstanden aus Ruinen“ – Lieder, die alle kannten, die in der DDR groß geworden waren, erfüllten sich hier mit dem Sinn, den man in DDR-Zeiten oftmals suchte – und dies ausgerechnet an dieser Kirche. Die Ellricher aber wollen weiter für das Ziel arbeiten, die Kirche wieder mit den Doppeltürmen erstehen zu lassen. Vielleicht hat der Besuch des Ministerpräsidenten vor einigen Wochen auf diesem Weg geholfen? Erste positive Zeichen sind zu erkennen. Und sicher wird Bodo Ramelow zur Turmweihe eingeladen oder zum Festgottesdienst im Jahre 2028, wenn die 20 Jahre Wiedereinweihung gefeiert werden. Aber dies ist Zukunftsmusik oder wie es in einem Titel in dem Live-Konzert so schön hieß: „God only knows“

Hannelore und Wolfgang R. Pientka
Mitglieder des Wiederaufbau-Vereins der Johanniskirche

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