Woldemar Winkler – Schattenströme, im Panorama Museum Bad Frankenhausen

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Vernissage: Samstag, dem 8. Juli 2017, um 16 Uhr

 

Begrüßung

Gerd Lindner

Direktor des Panorama Museums Bad Frankenhausen

Grußwort und Dank

Christoph Winkler, Woldemar-Winkler-Stiftung der Sparkasse Gütersloh

 

Einführung

Sepp Hiekisch-Picard

Mitglied im Kuratorium der Woldemar-Winkler-Stiftung der Sparkasse Gütersloh

Mehr als achtzig Jahre währte das Wirken von Woldemar Winkler (1902-2004). Der vielseitige Künstler hinterließ eine Fülle an Zeichnungen, Collagen, Assemblagen, Aquarellen, Druckgrafiken und Gemälden, die sich zwischen Neuer Sachlichkeit, Spätimpressionismus, Surrealismus, Informel und der fantastischen Kunst bewegen. In einer groß angelegten Retrospektive präsentiert das Panorama Museum neunzig Arbeiten aus der gesamten Schaffenszeit des Künstlers.

In der ersten Hälfte der zwanziger Jahre studierte Winkler an der Dresdner Kunstgewerbeakademie bei Prof. Carl Rade Malerei; ab 1928 war er selbst als Lehrer an einer privaten Akademie für Zeichnen und Malen tätig, bis er 1941 zum Kriegsdienst verpflichtet wurde. In der Frühzeit experimentierte er mit den unterschiedlichsten Stilen, zugleich zeichnete sich bereits eine Vorliebe für das Fantastische ab, die das Werk ab 1947 maßgeblich prägen sollte.

Aus der Kriegsgefangenschaft entlassen siedelte sich Winkler nicht in Dresden, sondern in der Nähe von Gütersloh an, wo er bis zu seinem Tod als freischaffender Künstler und Kunsterzieher wirken sollte. In der ländlichen Isolation schuf er sein Hauptwerk, nicht zuletzt inspiriert durch zahlreiche Reisen nach Frankreich, Spanien, Italien und die USA. Über den Umweg über Frankreich, wo Winkler in den sechziger Jahren zuerst Anerkennung fand, wurde sein Werk, das sich jeder vorschnellen Einordnung verweigert, auch in Deutschland bekannt.

Von Fundstücken ausgehend kreierte Winkler eigene Welten, mal mehr, mal weniger dem Gegenstand verpflichtet. Farbflächen schrauben sich in Gezeichnetes, Zeitungsausschnitte wechseln sich ab mit erfundenen Gestalten, Tieren, Menschen, Pflanzen. Stofffetzen setzen farbliche Akzente, Puppenarme ragen aus dem Bild, Baumwurzeln werden zur Plastik. Der Trauer über die Trennung von Dresden begegnen heitere Bilder, der Tod steht neben dem schreiend bunten Leben, morbide Gebilde schockieren und immer wieder blickt der Schalk um die Ecke.

 

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten von Christoph Winkler, Sepp Hiekisch-Picard, Gerd Lindner, Michael Nungesser und Johanna Huthmacher.

 

Johanna Huthmacher

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