Waldwildnis – eine internationale Verpflichtung

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Der NABU Thüringen erinnert an die internationale Verpflichtung nutzungsfreie Wälder auszuweisen

Jena – In der Diskussion um nutzungsfreie Wälder, verweist der NABU Thüringen auf die internationale Verpflichtung, die der Freistaat wahrnehmen muss. „5 Prozent der Thüringer Waldflächen aus der forstlichen Nutzung zu nehmen, ist nicht nur eine nationale, sondern auch eine internationale Verpflichtung, die Deutschland und damit auch Thüringen eingegangen ist“, kommentiert der NABU-Landesvorsitzende Mike Jessat. „Mit der nationalen Biodiversitätsstrategie von 2007, dem Programm zum Erhalt und zur Verbesserung der Artenvielfalt, ist Deutschland einer Verpflichtung nachgekommen, welche mit der Biodiversitäts-Konvention von 1992 in Rio de Janeiro beschlossen wurde“, so Jessat. „Mit dem Nagoya-Protokoll von 2010 wurden die Ziele detaillierter formuliert und von den Mitgliedsstaaten nachfolgend bestätigt. Diese Ziele haben damit einen völkerrechtlichen Charakter und Thüringen tut gut daran, im Jahre 2017 mit den vorgesehenen Stilllegungen eine der Verpflichtungen gegenüber den fast 200 unterzeichnenden Staaten zu erfüllen“.

Mittlerweile geht es in Thüringen nicht mehr darum, ob 5% des Waldes aus der forstlichen Nutzung genommen werden sollen, sondern wo. „Die Qualität dieser nutzungsfreien Waldflächen Refugialcharakter für vom Aussterben bedrohte Arten, hängt zum Teil mit der Größe der ausgewählten Flächen zusammen“, so Jessat. „Es ist sehr anerkennenswert, dass ThüringenForst einen Großteil der dafür vorgesehenen Flächen identifiziert hat und somit Gebiete verschiedener Waldtypen zur Verfügung stellt. Eine große, zusammenhängende Fläche Buchenwald am Possen im Kyffhäuserkreis würde dem Ansinnen der völkerrechtlichen Vereinbarung entsprechen. Dafür sind 2500 Hektar nicht zu viel“, so der NABU Landesvorsitzende.

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