Wahlkampf ohne Wolf

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NABU Thüringen: CDU soll nicht mit den Ängsten der Bürgerinnen und Bürger spielen

Jena – In der Diskussion um den Wolf in Thüringen bittet der NABU Thüringen die Thüringer CDU Fraktion, zur Sachlichkeit zurückzukehren und nicht mit den Ängsten der Bürgerinnen und Bürger im Freistaat zu spielen.

Ein Antrag der Fraktion für den Thüringer Landtag enthält unter anderem Befürchtungen, dass Wölfe ihre Scheu vor Menschen und Siedlungen verlieren. Laut NABU gibt es seit 2000 wieder reproduzierende Wolfsrudel in Deutschland. Seit dem gab es keinen einzigen Fall, in dem sich ein freilebender Wolf gegenüber Menschen aggressiv verhalten hätte, schon gar nicht in Thüringen mit bislang nur einer amtlich nachgewiesenen Wölfin. „Wer mit solchen Argumenten in der Öffentlichkeit hausieren geht, schürt den Hass gegen den Wolf in der Bevölkerung. Politiker müssen sich bewusst werden mit welchen Parolen sie argumentieren“, sagt Martin Schmidt, der stellvertretende Landesvorsitzende des NABU Thüringen. Diese Stimmungsmache kann im Ernstfall kriminelle Handlungen gegen streng geschützte Arten, wie dem Wolf, nach sich ziehen. Noch 2013 begrüßte der damalige CDU-Minister Jürgen Reinholz, im Vorwort der Broschüre „Managementplan für den Wolf in Thüringen“, die Rückkehr des großen Beutegreifers und bezeichnet ihn als wichtigen Bestandteil eines intakten Ökosystems. „Woher die plötzliche Unsachlichkeit kommt, können wir uns nicht erklären, sondern nur mutmaßen, dass der Wolf schamlos als Wahlkampfthema missbraucht werden soll“, so Schmidt. Auch dem Versuch, die für den Naturschutz unerlässliche Weidetierhaltung und den Wolfsschutz gegeneinander auszuspielen, erteilt der NABU eine Absage. In vielen europäischen Ländern wird gezeigt, wie Weidetierhaltung und Wolfsschutz gemeinsam realisiert werden können. Dies erfordert jedoch, die Weidetiere schnell und konsequent durch geeignete Hunde oder Zäune zu schützen. Andernfalls wird sich der Wolf wie jedes Wildtier an die leichte Beute gewöhnen. Für erst recht ungerechtfertigt hält der NABU die Aufforderung der CDU Fraktion an die Landesregierung, sich für eine Abschaffung des gesetzlichen Wolfschutzes einzusetzen. „Mit der von der CDU-Fraktion geforderten Aufnahme des Wolfes in Anhang V könnte für den Wolf von vornherein eine Abschussquote festgelegt werden. Dies lehnen wir strikt ab. Schon einmal wurde der Wolf in Deutschland verunglimpft, verfolgt und schließlich ausgerottet. Wenn nun in ungerechtfertigter Weise die Abschaffung des Wolfschutzes gefordert wird, kann dies schnell wieder passieren.“, erklärt Schmidt.

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