Selbstverteidigung – zur Not mit dem Kochlöffel

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Am vergangenen Samstag fand beim Karate-Do-Kwai Nordhausen e. V., in der Sporthalle des Humboldt-Gymnasiums, der überregionale Jahres-Lehrgang der SaCO-Selbstverteidigung statt.

So effektiv und wirkungsvoll das SaCO-Selbstverteidigungssystem auch ist, gegen die momentan grassierende Grippe- und Erkältungswelle fehlten ihr dann letztlich doch die Mittel. Dem Krankenstand Tribut gezollt, fanden in diesem Jahr trotzdem knapp 30 Kämpfer aus 7 Vereinen den Weg in die Nordhäuser Trainingshalle. Dafür blieb aber diesmal für jeden genug Platz zum Üben. Und die Übungen hatten es in sich. Auf dem Plan stand ein geheimnisvoller „Tessen“. Wie sich herausstellte, verbarg sich dahinter ein fingerdicker kurzer Stab, der zudem noch recht harmlos aussah. Grundsätzlich hat ja jeder im Ernstfall zum Selbstschutz die Möglichkeit, sich mit Händen und Füßen zu verteidigen. Trotzdem sind ständig um uns herum Gegenstände, die auch als Waffe genutzt werden könnten. Sehr ähnlich der Art des Tessen wären da zum Beispiel ein profaner Kochlöffel, ein Lineal, ein Zollstock oder nur ein harmloses Essbesteck. Der Umgang damit wurde beim Lehrgang dann aber doch der Einfachheit halber mit dem Holzstab geübt. Cheftrainer Frank Pelny, 6. DAN, unterstützt vom Leipziger Sebastian Edelmann, selbst Diplomsportlehrer und 5. DAN, hatte den Lehrgangsablauf wie immer didaktisch und gut verständlich aufgebaut. So gab es nach der obligatorischen Erwärmung zuerst Übungen zum allgemeinen Handling, um sich an das Gerät zu gewöhnen. Danach folgte ein Drill aus den verschiedenen Techniken mit dem Tessen. Später ging es dann weiter mit praktischen Anwendungen gegen einige realistische Angriffe. Dabei war gut zu erkennen, dass sich jeder mit diesem System und ausreichend Übung auch gegen einen körperlich überlegenen Angreifer erfolgreich zur Wehr setzen könnte – ganz gleich ob Frau oder Mann, groß oder klein, jung oder alt.

Nach der Mittagspause wurde noch ein eher theoretischer Teil eingeflochten. Thema waren in diesem Jahr vitale Körperpunkte. Auch wenn die „Fünf-Punkte-Pressur-Herzexplosions-Technik“ eher eine spektakuläre Erfindung der Kino- und Filmwelt ist, wird das zugrunde liegende Prinzip jedoch beispielsweise bei der Akupunktur für positive heilend Effekte eingesetzt. In der Selbstverteidigung hingegen können diese Körperstellen auch genutzt werden, um sich aus Griffen und Umklammerungen zu befreien. Ein Hilfsmittel wie der Tessen ist hierbei wunderbar geeignet für die Stimulation dieser Punkte.

Nach 5 Trainingseinheiten geschafft aber hochzufrieden über das Erlernte, traten die Teilnehmer am späten Nachmittag dann wieder den Heimweg an. Und ganz sicher hat sich der Eine oder Andere schon vorgenommen, auch im nächsten Jahr dem Dojo des Karate-Do-Kwai Nordhausen wieder einen Besuch abzustatten.

Allen Interessierten bietet der Karate-Do-Kwai Nordhausen ein 4-wöchiges kostenloses Probetraining. In der Sportart Karate gibt es verschiedene, nach Alter gestaffelte Trainingsgruppen für Kinder, Erwachsene und auch eine eigene Senioren-Gruppe. Für Kobudô (Waffenkarate) und SaCO-Selbstverteidigung muss man das 14. Lebensjahr schon erreicht haben. Karate-Aerobic ist gerade bei Frauen sehr beliebt und ideal für die Verbesserung der Fitness geeignet. Außerdem gibt es noch eine Übungsgruppe Qi-Gong. Die Kleinsten (4-7 Jahre) werden entwicklungsgerecht in der Ninja-Kids Gruppe an den Sport heran geführt.

Information bekommt man im Internet unter www.karate-nordhausen.de, per Telefon NDH 60 47 36 oder einfach mal zu den Trainingszeiten in der Sporthalle des Humboldt-Gymnasiums (Oberstufe) in der Blasiistraße vorbeischauen.

Sven Schröter (Karate-Do-Kwai Nordhausen e. V.)

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