Reifen jetzt wechseln – ADAC empfiehlt: Bereits bei niedrigen Temperaturen Winterreifen aufziehen

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Spätestens wenn die erste Kältewelle kommt, werden nicht nur die warmen Wintersachen aus dem Schrank geholt. Auch für das Auto sind jetzt Winterreifen erste Wahl. Höchste Zeit also, die Autoreifen zu wechseln.

Für Autofahrer gilt die gesetzliche Winterreifenpflicht. Die Winterreifenpflicht auf deutschen Straßen sieht vor, dass Autofahrer bei Schnee, Schneematsch oder Eisglätte mit Winterreifen unterwegs sein müssen. Wer sich nicht daran hält, muss mit einem Bußgeld von 60 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Bei Behinderung drohen 80 Euro und ein Punkt. „Wintertaugliche Reifen sind nicht nur bei Eis und Schnee gesetzlich vorgeschrieben, sondern bereits bei Reifglätte“, erklärt Piero Scazzi, Technikexperte des ADAC Hessen-Thüringen. Bereits bei niedrigen Außentemperaturen haben die Sommerreifen ausgedient. „Wer dann noch mit dieser Bereifung unterwegs ist, riskiert zum Teil erheblich längere Bremswege oder unkontrollierbares Rutschen“, erklärt Scazzi.

„Kommt es aufgrund falscher Bereifung zu einem Unfall, kann dies zu einer erheblichen Leistungskürzung durch die Kaskoversicherung führen – dem Fahrer kann grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen werden“, sagt Cornelius Blanke, Pressesprecher des ADAC Hessen-Thüringen. „Bei einer Regulierung des Schadens mit der Haftpflichtversicherung der Gegenseite droht dem mit Sommerreifen fahrenden Verkehrsteilnehmer unter Umständen eine Mithaftung“, so Blanke.

Winterreifen sind durch das Symbol „M+S“ (Matsch + Schnee) gekennzeichnet, auch Allwetter- oder Ganzjahresreifen mit Wintereigenschaften werden so beschriftet. Darüber hinaus weist eine Schneeflocke umrahmt von einem Bergpiktogramm auf Winterqualitäten hin. Beim Kauf sollten Autofahrer bei zulässigen Winterreifen also auf eine der folgenden Kennzeichnungen achten: „M+S“, „M&S“ oder „M.S.“, das Bergpiktogramm mit Schneeflocke ist jedoch noch kein Muss.

Im Gegensatz zu Winterreifen sind Allwetter- oder Ganzjahresreifen ein Kompromiss. Dennoch gelten auch diese wegen des M+S-Symbols offiziell als Winterreifen. Meistens kommen sie allerdings bei Schnee und Matsch nicht an die kältefesten Winterspezialisten, also an „echte Winterreifen“, heran.

Winterreifen wie auch Ganzjahresreifen sollten nicht älter als sechs Jahre sein. Mit der Zeit härtet die Gummimischung des Reifens aus, was insbesondere Grip und Bremsweg bei Nässe verschlechtert. Aufschluss über das Alter der Reifen gibt die DOT-Nummer. Sie ist an der Reifenflanke notiert. Die ersten beiden Stellen stehen für die Produktionswoche, die Stellen 3 und 4 für das Produktionsjahr. Piero Scazzi empfiehlt: „Die Mindestprofiltiefe von 4 mm sollte nicht unterschritten werden, sie ist ein wesentliches Sicherheitselement am Auto.“

Vor dem Räderwechsel müssen die Reifen auf Schäden oder spröde Stellen geprüft werden. Die Kontaktfläche zwischen Radnabe und Felge sollte zudem vor der Montage gereinigt und die Schrauben mit einem Drehmomentschlüssel festgezogen werden. Das empfohlene Drehmoment steht in der Betriebsanleitung. Wenn der Wechsel in einer Werkstatt erfolgt, sollten Autofahrer auf eine frühzeitige Terminplanung achten, um Engpässe in der Hochsaison zu vermeiden. Wichtig: Nach etwa 50 Kilometern Fahrt sollten die Schrauben nachgezogen werden.

Wer Kompletträder zuhause lagert, sollte den Luftdruck um ca. 0,5 bar erhöhen. Die Räder übereinander sowie trocken, kühl und im Dunkeln auf Felgenbäumen oder an Wandhalterungen lagern.

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