Reanimation mit OP-Feeling – Aktionstag führte Schüler des Bleicheröder Gymnasiums in die HELIOS Klinik

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Was ursprünglich als reines Reanimationstraining für die achten Klassen des Bleicheröder Gymnasiums geplant war, entpuppte sich als Überraschung der besonderen Art für die 50 Schülerinnen und Schüler am Mittwoch in der HELIOS Klinik Bleicherode. „Nachdem wir uns vor zwei Jahren zum Ziel gesetzt hatten, sämtliche Mitarbeiter in unserer Klinik in Sachen Reanimation und Notfalltraining zu schulen, kam uns letztes Jahr die Idee, das Angebot auf die umliegenden Schulen auszuweiten“, erklärt Klinikgeschäftsführerin Anna Naumann. „Immer wieder erleben unsere Intensivmediziner, dass die Hemmschwelle zur Reanimation in einem Notfall sehr hoch ist und dadurch Menschenleben gefährdet werden. Daher ist es unser Anliegen, bereits frühzeitig junge Menschen auf den hoffentlich nie eintretenden Ernstfall vorzubereiten“, sagt Naumann.

Das Interesse von Thomas Gaßmann, Schulleiter des „Friedrich Schiller“ Gymnasiums in Bleicherode war sofort da und so wurde der Vormittag vor rund einem halben Jahr frühzeitig geplant. Denn niemand anderes als die Profis selbst, sollten das Training durchführen und so standen die Schüler am Mittwoch vor Chefarzt Dr. Bernd-Uwe Könitzer und Oberarzt Dr. Olaf Rose, Anästhesisten und Intensivmediziner der Bleicheröder Fachklinik für Orthopädie, die seit vielen Jahren als Notärzte am Boden und in der Luft im Landkreis Nordhausen tätig sind.

Zunächst erhielten die Gäste eine Einführung in die theoretischen Kenntnisse zur Reanimation sowie wichtige Hinweise, die es zu beachten gilt. „Ganz wichtig ist, dass Eure eigene Sicherheit immer vorgeht“, mahnt Dr. Könitzer. Er selbst kenne die Situation, in der seine Sicherheit während einer Rettungsmaßnahme in Gefahr war. Doch wer sein eigenes Leben riskiert, kann nicht adäquat helfen. Ist keine direkte Gefahr für den Ersthelfer gegeben, gelte die einfache, aber wichtige Formel ‚Prüfen, Rufen, Drücken‘. Das heißt, man prüft die Ansprechbarkeit sowie den Puls des Verletzten und ruft dann sofort Hilfe mit der Rufnummer 112. Danach beginnt erst die Reanimation. „Hilfe holen ist ganz wichtig und wird oft vergessen. Doch eine Reanimation lässt sich nicht unendlich lang allein fortsetzen und die rasche medizinische Hilfe ist entscheidend“, erklärt der Anästhesist.

Nach den Grundlagen folgte die Praxis. Da bei einer Herz-Druck-Massage pro Minute zwischen 100 und 120 Mal der Brustkorb des Verletzten mit großer Kraft gezielt und gleichmäßig gedrückt werden soll, empfehlen die Mediziner, im Kopf einen Takt vorzugeben. Mit Titeln verschiedenster Musikrichtungen sorgte Dr. Olaf Rose für Spaß am Reanimationstraining. So drückten die Schüler zu „Stayin Alive“ von den Bee Gees genauso energisch, wie zu modernen Hip Hop-Klängen. „Der Song ist eigentlich egal. Wichtig ist ein gleichmäßig schneller Takt. Doch wer tatsächlich einmal in die Situation einer Notfallreanimation kommt, erinnert sich eher an das Lied, als an die vorgeschriebene Zahl der Herz-Druck-Massage“, erklärt der Intensivmediziner. Im Anschluss erhielte die Schüler ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme am Training.

Wer nun dachte, das Reanimationstraining sei das einzig Spannende, was sich die Klinikleitung einfallen ließ, der wurde überrascht. OP- und Hygienefachschwester Anett Weise führte die Jugendlichen durch den OP-Trakt und erläuterte den Ablauf vor, während und nach einer Operation. Der Blick in das Innere des OP-Bereiches im laufenden Betrieb war nicht nur für die Schüler eine Premiere. Dies wurde auch in der HELIOS Klinik Bleicherode erstmals durchgeführt! Damit dies allen hygienischen Vorschriften entsprach, wurden die Schüler unter strenger Kontrolle der Hygienefachschwester in OP-Kleidung eingeschleust. Während eines Besuchs im OP-Saal stand sie den wissbegierigen Gästen Rede und Antwort.

Im Anschluss führte Klinikmitarbeiterin Katrin Eisfeld durch die Klinik und besuchte mit den Gästen Kollegen in den Abteilungen der Radiologie, Physiotherapie sowie im klinikeigenen Labor. Gespickt mit vielen Eindrücken eines ereignisreichen Tages gingen die Schüler mit ihren Lehrern nach Hause. Und wer weiß, vielleicht stehen der Ein oder Andere eines Tages selbst im OP?

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