Orchideen retten

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NABU Thüringen startet Projekt zum Erhalt von Orchideenstandorten im Saale-Holzland-Kreis

Jena – Orchideen erfreuen sich in der Bevölkerung einer großen Beliebtheit. Mit ihren verschiedensten Blütenformen begeistern sie Jung und Alt. Der NABU Thüringen startet jetzt im August ein Projekt, um Orchideenstandorte im Saale-Holzland-Kreis langfristig zu sichern. Bislang werden Orchideenwiesen oft durch eine aufwendige und kostenintensive Mahd gepflegt. „Wir wollen in einem Modellversuch testen, ob es mittels naturnaher extensiver Beweidung möglich ist, für die Pflege von Orchideenstandorten ein ökonomisch tragfähiges Konzept zu entwickeln“, berichtet Carolin Frötschner, die das Projekt zusammen mit Friedhelm Petzke für den NABU Thüringen koordiniert. Beide haben ein persönliches Interesse an heimischen Orchideen und Trockenrasen und studierten Landschaftsarchitektur beziehungsweise Biologie.

Bei den Projektgebieten handelt es sich um Flächen südlich von Rodias im FFH-Gebiet Nr. 130 „Reinstädter Berge – Langer Grund“ und bei Frauenprießnitz im FFH-Gebiet Nr. 243 „Frauenprießnitzer Holz und Laase“. In den beiden Regionen kommen unter anderem seltene Orchideenarten wie Frauenschuh, Bienen-Ragwurz und verschiedene Knabenkräuter vor. „Da die Flächen teilweise stark verbuscht sind, müssen wir im ersten Schritt den Erhaltungszustand maschinell wieder herstellen. Dies bedeutet wir müssen mähen und den Baumaufwuchs entfernen. Um die Umsetzung der Maßnahmen langfristig und nachhaltig abzusichern, müssen Gespräche mit den Flächeneigentümern und -pächtern geführt werden und flächenbewirtschaftende und landwirtschaftliche Betriebe in die Nutzungs- und Pflegekonzepte eingebunden werden,“ erklärt Friedhelm Petzke. Die Maßnahmen werden dementsprechend in enger Abstimmung und Kooperation mit Landwirten und der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde durchgeführt. Abschließend soll durch eine Erfolgskontrolle die Artenzusammensetzung auf den beweideten Flächen geprüft und die Auswirkungen der Maßnahmen kontrolliert werden. „Die Beweidung von Orchideenstandorten ist oft mit Vorurteilen belastet. Es wird befürchtet, die Tiere könnten den Orchideen schaden, wir wollen dies überprüfen“, so die beiden Experten.

Die Gebiete bei Frauenprießnitz und Rodias wurden ausgewählt, da sie gefährdeten Lebensraum beinhalten, welcher geschützt und erhalten werden soll. Die dort vorkommenden Kalktrockenrasen und Kalkhalbtrockenrasen sind durch Nutzungsaufgabe und mangelnde Pflege in Ihrem Bestand sonst bedroht. Das Projekt mit dem Namen „OrchideenWeiden – Modellprojekt zur Etablierung von Weidelandschaften zum Erhalt von Orchideenstandorten im Saale-Holzland-Kreis“ ist ein von der Europäischen Union und dem Land Thüringen gefördertes ENL-Projekt (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums) und läuft vom 1. August 2017 bis zum 31. Juli 2020. Hier investieren Europa und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete.

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