NATURA 2000 – Reformation – Lutherland – schützenswerte Landschaften- …

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In rascher Folge werden von Arvid Büntzel, Vincent Großer und Andre Griesel Begriffe im Wechsel genannt. In der 1. Etage der Oberstufe des Humboldt- Gymnasiums haben sich am 15. März zur besten Feierabendzeit viele Gäste eingefunden: Schüler, Eltern, Freunde, Elternvertreter, der Vorsitzende des Schulfördervereins und Lehrer.
Ihnen allen erschließt sich der Zusammenhang zwischen den genannten Begriffen rasch.
Viele Unterrichtsstunden haben die Schüler des Wahlpflichtunterrichtes Biologie / Chemie der 10. Klasse an einem besonderen Thema gearbeitet.
500 Jahre Reformation, 10 Generationen seit dem Thesenanschlag nicht anhand von historischen Ereignissen zu verfolgen, nicht den Menschen Luther zu erfassen, sondern diese große Zeitspanne in den Landschaften der Region wieder zu finden, war das Ziel.

Foto:Kelle

Basis der Ausstellung, die an diesem Abend eröffnet wird, sind 16 Rollups zu schützenswerten Landschaften, die vom Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt zur Verfügung gestellt wurden.
Arvid spricht über das europäische Schutzprogramm NATURA 2000, in dem diese Ökosysteme auch in Thüringen und Sachsen-Anhalt erfasst sind. Was heute erhalten werden soll, ist Ergebnis des Eingriffs, der Nutzung, der Einflussnahme der Menschen, die hier über viele Generationen gelebt haben. Welche Zeugnisse davon sind zu finden, welche Vorstellungen verbanden Menschen mit Naturereignissen, mit Landmarken?
Wie schwer es ist, zur Beantwortung dieser Fragen Informationen zusammenzutragen, beschreibt Vincent. 16 Tafeln im A1 Format sind als Ergebnis der Recherche entstanden. Die Schülergruppe entwarf am Computer ein eigenes Layout, Gestaltungsfragen wurden gemeinsam gelöst. Inhaltlich waren die 22 Schüler eigenverantwortlich. Bergbaufolgelandschaften, Salzwiesen, geologische Formationen, Überschwemmungsauen, Steppengebiete, Bergwiesen sind Themen, die sich auf den Tafeln wiederfinden. Ausgewählte Beispiele aus den Regionen Mitteldeutschlands werden ebenso charakterisiert und historische Bezüge hergestellt.
Dabei geht es nicht immer 500 Jahre zurück, oft haben die Schüler jedoch auch Verbindungen zu Martin Luther und seiner Zeit finden können.
Das gemeinsame Erarbeiten einer Ausstellung von diesem Umfang ist etwas Besonderes, betont Andre.
Und auch der Schulleiter, Herr Köthe, hebt durch ein Luther – Zitat die Anstrengungsbereitschaft und das Ergebnis hervor: „Anstrengungen machen gesund und stark.“
Die Schüler der 10. Klasse stehen den vielen Besuchern individuell an ihren „Arbeitsergebnissen“ zur Verfügung. Fragen werden gestellt. Die Aussteller sind gut vorbereitet, benötigen keinen Stichpunktzettel. Parallel entstand ein Ausstellungskatalog, in dem die selbst gestalteten Tafeln mit zugehörigem Erläuterungstext auf farbigen Doppelseiten enthalten sind.

Foto:privat

Viele Bestellungen zum Nachdruck werden aufgegeben, die meisten vom Kirchenkreis Südharz. Der Superintendent, Herr Schwarze, ist von der aus seiner Sicht ungewöhnlichen Verknüpfung des Reformationsjubiläums mit „natürlichen“ Spuren sehr angetan.
Die Erstausgabe des Katalogs überreichen Elisa Rappe, Lina Steffens und Hannah Astler den wichtigen Unterstützern des Projektes. Ein besonderer Dank geht damit an den Förderverein des Gymnasiums, der das Unternehmen großzügig unterstützte, an Herrn Köthe, der die Umsetzung möglich werden ließ und an Herrn Schwarze, der die Klasse ideell unterstützte.
Klarinettenklänge von Theodor Natu beschreiben an diesem Abend wirkungsvoll und gekonnt den Spannungsbogen von 10 Generationen menschlichen Wirkens, von 500 Jahren.
In den Gesprächen und Begegnungen an den Ausstellungstafeln wird den Schülern immer wieder große Anerkennung zuteil.
Die sehenswerte Ausstellung „Natürlich! – Luther!“ ist bis zu den Osterferien im Oberstufen- Gebäude des Humboldt- Gymnasiums zu betrachten.

Eva-Maria Kelle

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