Mehr Versorgungsqualität durch Thüringer Krebsregister

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AOK PLUS begrüßt landesweite Datenzusammenführung zur Behandlung und Erforschung von Krebserkrankungen

Um die Behandlung von Krebspatienten zu verbessern, hat das Thüringer Krebsregister am 1. Januar die Arbeit aufgenommen. Darin werden aus dem gesamten Freistaat Daten zu Diagnosen, Krankheitsverläufen und Therapien gesammelt und Ärzten für die Behandlung von neuen Patienten zur Verfügung gestellt. Die zentrale Sammlung soll Ärzten helfen, die bestmögliche Therapie festzulegen.

„Diese Transparenz bei der Behandlung von onkologischen Erkrankungen erhöht die Qualität der Versorgung“, sagt Rainer Striebel, Vorstand der AOK PLUS. „Wir begrüßen die Einrichtung des landesweiten Registers und erhoffen uns durch die Zusammenführung der Daten eine zielgenauere Behandlung der Betroffenen.“

Etwa 66 von 1.000 AOK PLUS-Versicherten waren 2016 im Freistaat von Krebs betroffen, das sind insgesamt 52.500 Menschen. Circa 16 von 1.000 Thüringer Versicherten erkrankten neu an einem bösartigen Tumor. Magen- und Darmkrebs wurden dabei am häufigsten diagnostiziert (12.500 Betroffene), gefolgt von Brust-, Hoden- und Prostatakrebs, Leukämie und Blasenkrebs. Für die Behandlungen hat die Gesundheitskasse im vergangenen Jahr 476 Millionen Euro ausgegeben.

Hintergrund des Thüringer Krebsregisters ist das Krebsfrüherkennungsgesetz. Darin haben die Länder die Aufgabe übertragen bekommen, flächendeckend Krebsregister einzurichten. Durch das Thüringer Krebsregister werden alle fünf bisher bestehenden regionalen Register des Freistaates zusammengeführt.

Die Krankenkassen zahlen dem Thüringer Krebsregister für jede neu gemeldete Krebserkrankung sowie für jede neu begonnene Therapie, jeden Befund und jede Diagnose eine Pauschale. Das Krebsregister gibt die Vergütungen an die Ärzte weiter. Die Aufbaukosten von 350.000 Euro werden vom Freistaat und der Deutschen Krebshilfe e. V. getragen. Die laufenden Betriebskosten teilen sich die Krankenkassen und das Land.

Daten aus dem Thüringer Krebsregister fließen zusammen mit denen anderer Krebsregister der neuen Bundesländer in Berlin zusammen. Dort werden sie ausgewertet, um Ursachen und Verbreitung von verschiedenen Tumorarten in Deutschland zu erforschen.

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