Konzert des Danny Dziuk Duos

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Konzert des Danny Dziuk Duos

am 8.9. im Panorama Museum in Bad Frankenhausen

 

Danny Dziuk ist ein in Berlin lebender namhafter Liedermacher, Songpoet, Komponist von Filmmusiken für Tatortkrimis, Gitarrist, Pianist, Sänger, kritischer Zeitgeist, ehemaliger Keyboarder und Texter in der Band von STOPPOK und Keyboarder beim STOCKHOLM-PROJECT, der Kopf der Band DZIUKS KÜCHE und im Panorama Museum bereits zusammen mit seiner eigenen Band oder im Doppel mit Manfred Maurenbrecher oder dem kanadischen Singer & Songwriter Channon Lyon zu erleben gewesen.

Am vergangenen Freitagabend (8.9.) trat er zusammen mit Karl Neukauf im Panorama Museum auf und bot einen kurzweiligen Liederabend. Trotz des eher verhaltenen Vorverkaufes waren letztlich 80 Gäste gekommen, die die beiden Musiker sehr positiv aufnahmen. Es waren dieses Mal überwiegend eher Gäste aus der Stadt und der näheren Umgebung von Bad Frankenhausen, die ihn bereits von früheren Auftritten her kannten und ihn nun in neuer Besetzung und mit neuen Stücken erleben wollten. Und Danny war wieder ganz der leicht zerstreute, liebenswerte Versedrechsler, der mit einiger Wortakrobatik und Wortwitz verblüffte und begeisterte. Er übernahm den Hauptgesangspart, spielte Klavier oder Gitarre (mit dem für ihn so eigentümlichen Gitarrensound) und Karl Neukauf an seiner Seite (mit überraschend tiefer Bass-Stimme gesegnet) übernahm die Backing-Vocals, sorgte für die Perkussions, dann wieder für die E-Gitarren-Begleitung oder spielte höchst expressiv das Klavier, wenn Danny die Saiten seiner Gitarre traktierte. Auftaktstück des Abends war „Zu groß um zu scheitern“ von der aktuellen CD „Wer auch immer, was auch immer, wo auch immer“ (beim Label Buschfunk 2016), eine kritische Reflexion über die ungebremste Gewinnsucht und Spekulationswut von Banken, die dann mit der seltsamen Begründung sie seien zu groß, um zu scheitern, mit Steuergeldern zu Lasten der Allgemeinheit gerettet werden mussten. In diesem Lied formulierte Danny die Frage des ganz normalen Bürgers, der angesichts der größer werdenden Kluft zwischen den Superreichen und der Bevölkerungsmehrheit sich natürlich fragt, wie man zu groß zum Scheitern sein könne? Eine Antwort darauf ist uns die Politik bis heute schuldig geblieben. Ein Stück, das nicht zuletzt jetzt vor der Bundestagswahl nachdenklich stimmte. Schon beim nächsten Song „Shakespeare Himmel (überm Zaun)“ wandte er sich seinem Lieblingsthema den Problemen der Zweisamkeit, von Liebe und Eifersucht mit der für ihn typischen Selbstironie und Lakonik zu und das Ganze gestimmt in melancholischem Moll. Immer wieder fasziniert er durch ungewöhnliche sprachliche Bilder, die sich erst nach und nach erschließen, so dominierte auch bei diesem Song der durch Bob Dylan inspirierte Sprechgesang, der ganz den Fokus auf den Text legte. In den Pausen zwischen den Stücken witzelte Danny über seinen Psychotherapeuten, den er gar nicht hat oder blödelte über fiktive Weiterbildungskurse in Liedgestaltung bei Xavier Naidoo, der ihm überaus hilfreiche Erfolgstipps darin gab, deren Beachtung ihm – Danny – leider nur unvollkommen gelang. Die ironische Selbstvorstellung in seinem Stück „Alien“, einschließlich des Buchstabierens seines Namens zum Auffinden seiner „Liedchen“ auf den einschlägigen Musikportalen, bildete einen ersten Konzerthöhepunkt und wies ihn als gekonnten Entertainer, Wortakrobaten mit kabarettistischen Zügen aus. Und so ging es munter und recht unterhaltsam durch das Programm des viel zu schnell zu Ende gegangenen Abends. Im Zugabenteil gab es leider nicht sein „Tante Bank“ dafür sein nicht minder komisch-mitreißendes „Zu alt“.

Fazit: Es war wieder einer der Konzertabende im Panorama-Museum, die diese Intimität im Zwiegespräch zwischen Künstler und Publikum atmeten und die dieses Konzertpodium so auszeichnen. Fred Böhme

 

Foto: „ „Danny-Dziuk-Duo “; Rechteinhaber: Fred Böhme / Archiv Panorama Museum

 

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