Hornissen und andere Wespenarten jetzt in Ruhe lassen

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Schlechtes Wespenjahr in Thüringen – Der NABU fordert Rücksichtnahme beim Umgang mit Wespen

Jena – Vor allem die sozial lebenden Wespen, deren größte Vertreterin mit bis zu vier Zentimetern Körperlänge die Hornisse ist, hatten es in diesem Jahr sehr schwer. Der NABU Thüringen fordert deshalb um besondere Rücksichtnahme im Umgang mit Hornissen und anderen Wespenarten. Wegen des langanhaltenden feuchten Wetters im Mai hatten die Tiere keinen guten Start. „Wespenköniginnen versuchen im Frühjahr einen Staat aufzubauen. Wegen des schlechten Wetters fanden sie diesmal aber kaum Nahrung für den Nachwuchs. Hatte es doch geklappt, haben sich viele Völker aber nur ziemlich schlecht entwickeln können“, erklärt Rainer Hanke, der Wespenbeauftragte des NABU Thüringen. Rainer Hanke wohnt im Eichsfeld und berät dort Bürgerinnen und Bürger zum Umgang mit Wespen. In der Regel wird seine fachliche Hilfe über 60 Mal im Jahr angefragt. Bis jetzt waren es allerdings nur 20.

„Je nach Wetterlage und Region kann das Vorkommen von Wespen zwar variieren, ich erwarte aber insgesamt kein gutes Wespenjahr für Thüringen “, so der Wespenfachmann. Der NABU Thüringen fordert deshalb die Bevölkerung auf, Wespennester in Ruhe zu lassen. Die Wespenvölker müssen jetzt genügend Jungköniginnen großziehen um im nächsten Jahr wieder erfolgreich zu Reproduzieren.

„Werden derzeit Wespennester am Haus entdeckt, können diese getrost dort belassen werden. Wer die Tiere seit Mai nicht bemerkt hat, kann auch noch bis zum Herbst warten bis das Volk sowieso abstirbt und nur die Königinnen überwintern.“ Der Experte empfiehlt sogar die Nester über den Winter hängen zu lassen, damit nützliche Insekten wie zum Beispiel Schwebfliegen darin überwintern können. Damit es keine Probleme gibt, empfiehlt der NABU einen Sicherheitsabstand von zwei bis drei Metern zu Nestern einzuhalten. Sind Kleinkinder auf dem Grundstück, ist eine Absperrung zum Beispiel mit einfachem Absperrband empfehlenswert.

Alle diese Maßnahmen können dazu beitragen, um in Frieden mit den schwarz gelben Brummern zu leben. Was den meisten Menschen allerdings nicht bekannt ist, ist ihre bedeutende Funktion im Naturhaushalt. In Deutschland gibt es einige hundert Wespenarten, die viel zur Bestäubung unserer Pflanzen beitragen. Normalerweise denkt man beim Bestäuben von Wild- und Nutzpflanzen hauptsächlich an Bienen. Aber vor allem im Frühjahr besuchen Wespen Blüten, um ihren Energiebedarf zu decken. Soziale Faltenwespen versorgen ihre Brut im Sommer mit verschiedensten Insekten, die für uns teilweise als Schadinsekten gelten. Quellen belegen, dass 300 Wespenarbeiterinnen etwa 2.500 Fliegen und 650 andere Insekten innerhalb von sechs Stunden erbeuten können. Lästig werden dann erst im Hochsommer die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe, da sie auf süße Getränke und Speisen sowie Grillfleisch fliegen.

„Wer im nächsten Jahr Äpfel und Kirschen essen möchte, der hilft mit beim Schutz der Wespen und wer trotzdem nicht klar damit kommt, der kann sich fachkundigen Rat einholen“, sagt Rainer Hanke.

Eine Liste zu Fachleuten in Thüringen und weitere Informationen zum Thema Wespen finden sich unter www.NABU-Thueringen.de. Beraten können aber auch die Unteren Naturschutzbehörden.

Interessante Praxistipps im Umgang mit Wespen liefert die Broschüre „Bienen, Wespen und Hornissen – Kein Grund zur Panik“. Die Broschüre erhalten Sie gegen Einsendung eines Unkostenbeitrages von 3,00 Euro (inkl. Porto) beim NABU Thüringen in Leutra 15, 07751 Jena, Tel.: 03641/60 57 04.

(Fotos:NABU Thüringen)

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