Gesichter der Stadt (23)

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Thiemrodt – Freizeitausüstung

Heute möchten wir in unserer Reihe „Gesichter der Stadt“ jemanden beleuchten, der sicher unter den Menschen eine geteilte Meinung hervorruft. Geboren 1973 wohnt er heute mit seiner Familie in Ilfeld.
Seit 1994 sind sein Eltern im Waffengeschäft. Seitdem existiert auch die Firma. Damals fing alles in Ilfeld mit einem kleinen Geschäft an. Später zogen die Familie nach Nordhausen. Dorthin nahmen sie Ihre Geschäft aus dem Keller ihres Wohnhauses mit. Mit Waffen, Zubehör und Anglerbedarf bestreitete die Familie ihren Unterhalt. Später eröffnete seine Mutter in der Südharzgalerie einen Laden für Landhausmode, welcher allerdings im Jahre 2000 wieder geschlossen wurde, da der Bedarf an dieser Mode zurückging. Kurze Zeit später eröffneten sich neue Möglichkeiten. Um die Firma fortführen zu können, musste eine Lösung geschaffen werden, die unter anderem einen Schießstand von 100 m Länge beinhaltete.
Deshalb fiel die Wahl auf den Standort an der Alten Leipziger Strasse. Über den hier angelegten Schießstand wurde die Halle gesetzt. Gleichzeitig im Jahre 2000 machte Herr Thiemrodt seinen Büchsenmachermeister. 15 Jahre später übernahm er die Firma, die bis zu diesem Zeitpunkt von seiner Mutter geführt wurde.
Schaut man auf das Angebot erkennt man das riesige Sortiment an Anglerbedarf und -zubehör, Campingausrüstungen, Grills, Rucksäcke, Outdoor, Trecking, Skiausrüstung bis hin zu den verschiedensten Waffen und Munition, alles ist vertreten.
Doch wollen wir einen Teil einmal genauer beleuchten. Umstritten ist sicher der Waffenbereich, da Unwissenheit unter der Bevölkerung falsche Meinungen hervorruft.
Speziell die Waffen, die hier verkauft wird, darf man ab 18 Jahren besitzen, doch nicht zwangsläufig mit sich führen. Ein großer Teil der Waffen sind für die Jagd. So gibt es Einschränkungen bei den Schuss- und scharfen Waffen. Zum Teil werden hier Waffenscheine benötigt. Als Schußwaffe zählt jede Waffe, die ein Projektil mittels eines Gases durch einen Lauf treibt. Schusswaffen sind demzufolge auch CO2-Waffen, welche Diabolos verschiessen. Entgegen der allgemeinen Meinung dürfen diese Waffen nicht mit sich geführt werden, ausser für den Transport von A nach B, wobei darauf geachtet werden muss, dass die Waffe nicht zugriffsbereit und geladen ist. Schreckschusswaffen dürfen im Gegensatz dazu mit sich geführt werden (allerdings benötigt der Träger hierzu den Kleinen Waffenschein), da sie zu den Signalwaffen gezählt werden.
Wer sich ganz genau informieren möchte, sollte hierüber im Waffengesetz nachlesen. Auch herrscht die allgemeine Meinung vor, dass manSchreckschusswaffen und CO2 Waffen „scharf“ machen kann. Hierzu konnten wir eine eindeutige Aussage von Herrn Thiemrodt bekommen. Sämtliche CO2 Waffen kann man NICHT „scharf“ machen. Sollte man diese versuchen zu manipulieren, so würde man die Waffen zerstören und unbrauchbar machen.
Auf unsere Nachfrage, wie sich in der letzten Zeit der Verkauf an Reizgas, Tierabwehrspray und Schreckschusswaffen verhalten hat, mussten wir erfahren, dass dieser um 300 – 500 % angestiegen ist. Nicht zuletzt ist dies auf die derzeit vorherrschende Lage zurückzuführen, da man sich sicherlich sicherer fühlt, wenn man ein Spray oder ähnliches bei sich hat.

Doch sei hier noch einmal klar festgestellt. Wir leben in einer Zeit, in der der eine oder andere Angst hat, auf die Strasse zu gehen. Diese Menschen „rüsten auf“. Das erzeugt Gewalt, die eine Gegengewalt provoziert. All das muss nicht sein. Waffen, egal ob für sportliche Zwecke oder die Jagd, sind „vertretbar“, für alles andere jedoch nicht. Dafür sind sie nicht gemacht und auch nicht gedacht!

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