Gesichter der Stadt (22)

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Hans – Jürgen Grönke

Hans- Jürgen Grönke wurde am 12.12.1946 in Nordhausen geboren. Nach dem Abschluss der 8. Klasse besuchte er die Erweiterte Oberschule „Wilhelm v. Humboldt“ und legte 1965 das Abitur ab. Im Anschluss erlernte er im VEB Schlepperwerk Nordhausen den Beruf des Betriebsschlossers. Nach seiner Armeezeit begann er 1968 an der „Karl-Marx-Universität“ Leipzig ein Pädagogikstudium. Im Zuge der Hochschulreform wechselte er 1970 zur „Martin-Luther-Universität“ Halle-Wittenberg und schloss hier bei Prof.Könnemann das Studium als Diplomlehrer ab. Seine erste Lehrerstelle wurde ihm an der POS in Wolkramshausen zugewiesen. 1976 wechselte H.-J. Grönke zur POS „Ernst Thälmann“ in Nordhausen.
Im Jahre 1994 übernahm er in der Stadtverwaltung Nordhausen den Aufgabenbereich der Unteren Denkmalschutzbehörde für die Stadt. Seit 2003 ist er Leiter des Stadtarchives und der Unteren Denkmalschutzbehörde.

Seit seiner Schulzeit gat sein besonderes Interesse der Archäologie. So kam er nach dem Studium zur Fachgruppe „Heimatgeschichte“ Nordhausen im Kulturbuns. Hier traf er auf Gleichgesinnte, nahm den Gedanken der Denkmalpflege auf, bildete sich fort und engagierte sich bald darauf in der Bodendenkmalpflege. Mit Beginn seiner Lehrertätigkeit wurde er vom Museum für Ur- und Frühgeschichte zum Bodendenkmalpfleger und 1975 zum Kreisbodendenkmalpfleger berufen.

H.-J.Grönke hat sich in seiner ehrenamtlichen Tätigkeit vor allem mit 3 Schwerpunkten beschäftigt. Das war zum einen die Dokumentation und weitere Erforschung der Steinkreuze und Kleindenkmale. Anknüpfend an die Arbeit von Johannes Löffler wurde auf seine Initiative hin das Steinkreuz in Pustleben wieder entdeckt und vor der Kirche aufgestellt bzw. eins der ehemalis 7 Steinkreuze auf dem Holungsbügel wieder gefunden und mit Schülern an einem Weg sicher aufgestellt.Innerhalb der Fachgruppe „Heimatgeschichte“ gründete er mit interessierten Mitgliedern ie Arbeitsgruppe „Bodendenkmalpflege“, die regelmäßige Flurbegehungen durchführte und jedes Jahr eine Kreisbodendenkmalpflegetagung in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Museums, Herrn Dr.W.Timpel und Dr. D.Walter, organisierte. Bei Ausgrabungen auf der Grasburg, in Wallhausen,Steigerthal bzw. Sundhausen waren die Bodendenkmalpfleger mit beteiligt.
Zum anderen beschäftigt er sich intensiv mit der Wüstungsproblematik Südharzraum. Mit Hilfe der urkundlichen Arbeiten von Karl Meyer konnte er in Zusammenarbeit mit Bodendenkmalpflegern viele Wüstungen anhand von Bodenfunden genauer lokalisieren und sie als Bodendenkmale unter Schutz stellen lassen. Genannt seien hier z.Bsp. die Wüstungen Liebichenrode,Crimhilderode,Wodenrode oder Rißla.
Zum 3. ist es die Stadtgeschichte mit all ihren Facetten von der Ur- und Frühgeschichte bis zur Gegenwart. So konnte er die Ausgrabungen in der Halleschen Strasse/Frauenberg, die Siedlung „Alt-Nordhausen“ anhand von Funden dokumentieren, die Karl Meyer als „Fränkischen Reichshof“ aus dem 8. Jahrhundert beschrieben hatte. Als sich 1991 Mitglieder der Fachgruppe „Heimatgeschichte“ sowie interessierte Bürger im Vereinshaus“ Thomas Mann“ trafen, um den 1871 gegründeten Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein, der bis 1944/45 existierte, wieder neu zu gründen, wurde Grönke im Vorstand zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Im Jahre 12995 übernahm er dann den Vorsitz im Verein und übt dieses Amt bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus.

Im Nordhäuser Archiv

Im Nordhäuser Archiv

1993 trat der Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein dem Harzverein wieder bei und knüpfte damit an die alten Traditionen vor 1945 an, als der Harzverein Mitbegründer des Nordhäuser Geschichts- und Altertumvereins war. Im Harzverein ist Grönke seit 1997 als Schriftführer tätig. Gleichzeitug leitete er zusammen mit Dr. L.Klappauf den Arbeitskreis “ Harz – Archäologoie“. Durch die Organisation der jährlichen Tagungen des Arbeitskreises und die entsprechenden Berichte in der Harz-Zeitschrift, hat er wesentlich mit dazu beigetragen, dass der Harzverein Länder übergreifend in Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Thüringen bekannt und tätig ist. Auf den jeweiligen Tagungen wurden die neuesten Forschungsergebnisse vorgestellt bzw. spezielle Themen wie z.Bsp. die Wegeforschung behandelt und dabei Anregungen gegeben, sich intensiver mit dieser Problematik zu beschäftigen. Die organisierten Tagungen und Exkursionen waren stets gut besucht und erfreuen sich großer Beliebtheit. 2002 organisierte Grönke die Jahreshauptversammlung des Harzvereins, die im Museum „Tabakspeicher“ in Nordhausen stattfand und die aus Anlass der 1075 – Jahrfeier der Stadt Nordhausen mit einer Festveranstaltung verbunden war, in der er über Aspekte der Nordhäuser Geschichte referierte und die Stadtführung leitete. Ebenso war er an der Organisation der Jahreshauptversammlung in Neustadt 2008 maßgeblich beteiligt.

H.-J.Grönke

H.-J.Grönke

Ab 1999 / Heft 11 ist er zusammen mit Pötschke, Juranek, Römer, Feicke und Brückner Mitherausgeber der Harz-Forschungen und ist in der Redaktion der Harz- Zeitschrift für die Berichte und Protokolle verantwortlich. 2003 war er Mitbegründer der „Archäologischen Gesellschaft für Thüringen e.V.“ und veröffentlichte Artikel zur Ausgrabung im Stadtgebiet von Nordhausen. 2011 organisietre er die Jahreshauptversammlung des Thüringer Geschichtsvereins in Nordhausen, bei der er die Stadtführung leitete und mit den Mitgliedern das Schaubergwerk “ Rabensteiner Stollen“ besuchte. Als Leiter des Stadtarchives und der Unteren Denkmalschutzbehörde bis 2011 nahm er oft an Tagungen und Beratungen teil und sein Urteil war hier stets gefragt, so unter anderem an der ersten Tagung des „Thüringer Heimatbundes“ 2011 in Nordhausen bzw. dem seit 1993 begangenen „Tag des offenen Denkmals“. Seit 2011 ist er Rentner und betätigt sich ehrenamtlich in Vereinen und dem Museum Tabakspeicher.

(Bilder aus dem Privatarchiv von H.-J. Grönke)

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