Gelungener Auftakt der bundesweiten ganztägigen Warnstreiks

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Frankfurt am Main – In der Metall- und Elektroindustrie haben heute bundesweit die ganztägigen Warnstreiks begonnen. In über 80 Betrieben mit rund 68.000 Beschäftigten stand die Produktion still. Die Arbeitsniederlegungen begannen teilweise bereits am Dienstagabend mit den Nachtschichten. „Wer sich nicht bewegt muss geschoben werden. In den letzten Verhandlungen haben sich die Arbeitgeber nur noch im Krebsgang bewegt. Ihr Angebot von insgesamt 3,5 Prozent für 27 Monate in der Tabelle, das bedeutet auf das Jahr runtergerechnet noch nicht einmal den Ausgleich der Inflationsrate. Aber auch das Gesamtvolumen von 6,8 Prozent ist gerade 3 Prozent im Jahr und völlig inakzeptabel“, sagte Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, am Mittwoch in Frankfurt. „Unser Ziel ist weiterhin ein Ergebnis ohne Flächenstreiks. Eine Lösung kann es aber nur geben, wenn die Arbeitgeber bei allen drei Themen nachlegen: beim Geld, beim Anspruch auf eine befristete Arbeitszeitverkürzung und beim Entgeltzuschuss für Beschäftigte in familiären oder beruflichen Belastungssituationen.“

Mit Blick auf die heute eingereichten Klagen der Verbände auf Unterlassung und Schadenersatz gegen die ganztägigen Warnstreiks sagte Hofmann: „Damit gießen die regionalen Verbände weiter Öl ins Feuer. Aber wir lassen uns durch juristische Nebelkerzen nicht abschrecken. Das zeigt die starke Beteiligung an den heutigen Warnstreiks ganz deutlich. Die IG Metall ist nach wie vor an konstruktiven Lösungen am Verhandlungstisch interessiert. Unsere Tür steht offen für weitere Gespräche.“

In Bayern hat die IG Metall in 7 Betrieben zu ganztägigen Warnstreiks aufgerufen. Daran nahmen 15.000 Metallerinnen und Metaller teil. Bei MAN Truck & Bus in München ruht die Produktion seit Mitternacht. Dort haben 7.000 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt, bei ZF in Passau 3.800 und bei MAN Bus & Truck in Nürnberg 3.450.

Im Bezirk Mitte (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen) ruhte in 9 Betrieben mit 15.000 Beschäftigten am Mittwoch die Produktion. Ganztägige Warnstreiks gab es unter anderem bei der Vacuumschmelze in Hanau, bei ZF Saarbrücken und Neunkirchen sowie bei der Firma Sell in Herborn. Bei ZF Saarbrücken sprach Wolfgang Lemb, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, auf einer Kundgebung.

In Nordrhein-Westfalen wurden 30 Betriebe mit 14.600 Beschäftigten ganztägig bestreikt. In Dortmund sprach Ralf Kutzner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, auf einer Kundgebung vor den Beschäftigten von ThyssenKrupp Rothe Erde. Ganztägige Warnstreiks gab es auch bei ThyssenKrupp Rothe Erde in Lippstadt, bei KME Germany in Menden, bei Mannesmann Precisions Tubes in Hamm und bei Geberit Mapress in Langenfeld.

In Baden-Württemberg gab es in 21 Betrieben ganztägige Warnstreiks, an denen sich bis 14 Uhr mehr als 14.500 Beschäftigte beteiligt haben, darunter 4.000 bei ZF in Friedrichshafen und 3.500 bei Heidelberger Druckmaschinen. In Esslingen sprach Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, zu den Beschäftigten von Index. In Stuttgart-Feuerbach redete Irene Schulz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, zu 800 Warnstreikenden von Coperion.

Im IG Metall-Bezirk Küste legten in 10 Betrieben mehr als 5.000 Beschäftigten die Arbeit nieder. Beim Gabelstaplerhersteller Still in Hamburg beteiligten sich 2.200 Beschäftigte an dem ganztägigen Warnstreik. Auch im nordwestlichen Niedersachsen und in Schleswig-Holstein ruhte in etlichen Betrieben die Produktion.

Im IG Metall Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen beteiligten sich 1.700 Beschäftigte an ganztägigen Warnstreiks.

Im Bezirk Niedersachsen und Sachsen-Anhalt legten gut 1.600 Beschäftigte in mehreren Betrieben ganztägig die Arbeit nieder. Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, sprach vor den Beschäftigten von KSM Castings Group in Hildesheim.

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