Dispozinsen: 1 433 Banken im Test – Durch­schnitts­zins 10 Prozent

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Die Deutschen stehen laut Bundes­bank mit über 34 Milliarden Euro bei den Banken in der Kreide, weil sie ihr Konto über­zogen haben. Jeder Prozent­punkt mehr Dispozins spült den Banken also 340 Millionen Euro in die Kassen. Da klingt es fast zu schön, um wahr zu sein, dass die Dispozinsen im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken sind. Doch trotz Null­zinsen für Sparer langen die Banken beim Dispo weiter zu: Im Schnitt verlangen sie knapp 10 Prozent. Einige verstecken die hohen Kosten.Stiftung Warentest hat sich das angeschaut und nachgefragt….

Zinsen leicht gesunken, Trend zu hohen Gebühren

Unser Test aller 1 433 Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken (Volks- und Raiff­eisen­banken) zeigt: Kunden müssen im Schnitt etwas weniger zahlen als im vergangenen Jahr, wenn sie ihr Konto über­ziehen. Allerdings beträgt der Durch­schnitt immer noch fast 10 Prozent, was keine wirk­lich gute Nach­richt ist. Erst recht nicht, wenn sich die sinkenden Dispozinsen oft als bloße Kosmetik entpuppen – Schuld sind sogenannte Premium­konten mit güns­tigen Zinsen, aber hohen Konto­gebühren(Niedriger Dispozins, teures Konto).

Unser Test zeigt auch: Etliche Banken legten die Dispozinsen erst auf Nach­frage von Finanztest offen. Dabei müssen sie diese seit Ende März 2016 im Internet verständlich darstellen.

Die besten und die schlechtesten

Der durch­schnitt­liche Zins: Im Durch­schnitt sind die Dispozinsen im Vergleich zum Vorjahr leicht um knapp 0,3 Prozent­punkte gefallen und liegen zum Zeit­punkt unserer Unter­suchung bei 9,91 Prozent. Das hat auch stark mit geänderten Konto­modellen der Banken zu tun. Unsere Daten­bank enthält übrigens die Zins­sätze für Dispokredit und geduldete Über­ziehung jähr­lich zurück bis 2010. So können Sie sehen, wie Ihre Bank ihre Konditionen im Zeit­ablauf angepasst hat:
Dispozinsen von 1 433 Banken.

Die höchsten Zinsen: Unrühmliche Spitzenreiter beim Dispozins mit 13 Prozent und mehr sind die Volks­bank Raiff­eisen­bank Oberbayern Südost mit ihrem Direkt- und Klassik-Konto (13,75 Prozent), die Raiff­eisen­bank Aulen­dorf (13,06 Prozent) und die VR-Bank Lands­berg-Ammersee (13,01 Prozent), gefolgt von der Rosbacher Raiff­eisen­bank (13 Prozent).

Banken mit hohem Dispozins

Die nied­rigsten Zinsen: Am wenigsten müssen Kunden dagegen bei Direkt­banken wie der Deutschen Skat­bank mit dem Trumpf­konto zahlen, wenn sie ins Minus rutschen (4,24 Prozent). Knapp dahinter liegt das Service­konto der Augs­burger Aktien­bank (4,8 Prozent).
Banken mit niedrigem Dispozins

Regional besonders teuer

Derart nied­rige Dispozinsen finden wir bei den regionalen Banken kaum. Nur die VR-Bank Altenburger Land in Thüringen (4,74 Prozent) und die Vereinigten Sparkassen Gunzen­hausen in Bayern (4,75 Prozent) kommen mit einem ihrer Konto­modelle dem Spitzenreiter nahe.

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