Demenz und Pflege – ein noch zu wenig beachtetes Thema

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Dieselskandal, CO2-Emission, Stickstoffausstoß – Themen, die heute fast täglich in Presse und Internetforen in „Pro und Contra“ diskutiert werden. Umso beachtenswerter das Kolloquium am vergangenen Freitag in Heiligenstadt, das sich den Demenzkranken und den derzeitigen Leistungen, vor allem aber den zukünftigen Aufgaben im Pflegebereich widmete. Unter der Leitung von Chefärztin i.R., Frau Dr. Hannelore Pientka wurden diverse Aspekte dieser hochaktuellen Problematik in Vorträgen behandelt und diskutiert. Vom Umgang mit der Erkrankung, über spezielle Formen der Ernährung bis zum Leben und Sterben im Pflegeheim – der Bereich der Vorträge umspannte das ganze Spektrum, das mit diesem Krankheitsbild in Zusammenhang steht. Keine andere Krankheit, so führte Frau Dr. Pientka aus, hat solch ein „Angstpotential“ wie Alzheimer oder Demenz. „Werde auch ich an Alzheimer erkranken und werde ich mit Würde gepflegt werden und ebenso sterben?“ – diese Frage steht oft unausgesprochen im Raum. Frau Dr. Pientka, die lange Zeit als Ärztin mit diesem Krankheitsbild vertraut war, heute in diversen Bildungs-einrichtungen Altenpflegerinnen und Altenpfleger ausbildet und auch als Gutachterin tätig ist, gilt als ausgesprochene Expertin auf diesem Gebiet und hält Vorträge weit über die Region hinaus. Es ist als Zeichen der Wertigkeit zu sehen, dass auch die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Frau Heine Werner in ihrem Grußwort und Einführung die Arbeit mit Demenzkranken und die hohen Leistungen im Pflegebereich würdigte. Wer sich selbst weitergehend informieren möchte, dem sei die Broschüre „Dazugehören“ empfohlen, die vom Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie anfordert werden kann. Einige Fakten:

Anteil der Menschen über 65 Jahre, davon Menschen mit Demenz
in Thüringen 525.532———–45.195
im Kreis Nordhausen 21.414———–1.842

Wahrscheinlichkeit, dass eine Demenz auftritt mit Lebensalter
65 – 69 Jahre——————-1,6 %
70 – 74 Jahre——————-3,5 %
75 – 79 Jahre——————-7,4 %
80 – 84 Jahre——————-15,7 %
85 – 89 Jahre——————-26,2 %
90 – 94 Jahre——————-41,0 %
> 95 Jahre——————–46,3 %

Es muss hinzugefügt werden, dass die Pflege eines an Demenz erkrankten Menschen einen 24-stündigen Einsatz erfordert und eine Pflege zu Hause auf Dauer eine kaum zu ertragende Belastung für die pflegende Familie darstellt. Allgemein gibt es derzeitig 2,9 Millionen Pflegebedürftige, von denen 2,08 Millionen zu Hause versorgt werden. Es ist also sinnvoll die Zahl der Pflegeheime zu erhöhen und das entsprechende Personal auszubilden und auch entsprechend zu entlohnen. Momentan gibt es in Deutschland 13600 Pflegeheime mit 730.000 Beschäftigten.

Dr. Hannelore Pientka

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